Es gilt das gesprochene Wort

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen

 

Ich danke Ihnen ganz herzlich für das Vertrauen, das Sie mir mit der Wahl zur Präsidentin dieses Rats ausgesprochen haben.

 

Am Anfang dieses Weges in das Ratspräsidium stand die Nomination durch meine Fraktion. Euch, liebe Fraktionsfreundinnen und Freunde, danke ich deshalb zuallererst.

Euch - und dem ganzen Rat. Denn es ist das breite Vertrauen, welches mich speziell freut und ehrt.

Es ehrt nicht nur mich, sondern auch meine Wohngemeinde Obersiggenthal und meinen Heimatkanton, den Kanton Aargau, der nun erneut das Nationalratspräsidium feiern darf – übermorgen und hoffentlich gemeinsam mit Ihnen allen!

Den Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Obersiggenthal, der Stadt Baden und des Kantons Aargau, die heute nach Bern gereist sind, danke ich denn an dieser Stelle ebenfalls – Ihnen und der ganzen Bevölkerung dieses tollen Kantons, der ich es ja schlussendlich verdanke, dass ich hier in diesem Rat überhaupt tätig sein darf.

Ebenfalls mitgereist sind viele Freundinnen, Freunde - und meine Familie. Ich denke, der heutige Tag wird meinen Eltern, wohl auch meinen beiden Schwestern, unvergessen bleiben. Ihnen möchte ich ebenfalls danken  - sowie nicht zuletzt natürlich meinem Mann.

Zurück zu Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ich vermute, Sie sind sich bewusst, was Sie sich mit dieser Wahl eingebrockt haben – oder besser gesagt: wen Sie sich da als Ratspräsidentin eingebrockt haben.

Wir arbeiten nun schon eine Weile zusammen und ich glaube, Sie wissen: Ich nehme meine Aufgabe ernst und ich nehme die Menschen ernst, mit denen ich arbeite. Es ist eine Arbeit, die aber durchaus auch ihre lustvolle Seite hat. Diese ist mir ebenfalls wichtig – und das sieht oder merkt man mir vermutlich auch an. Ja, mir macht die Arbeit mit Ihnen Freude. Und diese Freude an meiner Aufgabe, jetzt: an meiner neuen Aufgabe, die möchte ich auch in die Bevölkerung hinaustragen.

Natürlich kommt dabei der grosse Respekt vor diesem hohen Amt nicht zu kurz – genauso wenig wie das Wissen um die Verantwortung, mit der es verbunden ist. Verantwortung gegenüber unserem wunderbaren Land und den Menschen, die hier leben. Ich bin bereit, diese Verantwortung nach bestem Wissen und Gewissen wahrzunehmen.

Comme vous le savez, mes chers Collègues, la mission dont nous nous acquittons ici, dans cette salle, n’est pas à prendre à la légère, mais elle n’en demeure pas moins passionnante. Et c’est pour moi un grand plaisir de contribuer à la mener à bien – aussi en qualité de présidente pour l’année à venir.

J’aborde aujourd’hui cette année de présidence avec un grand plaisir. Si je me sens prête à relever ce défi, c’est non seulement grâce à mes différents mandats aux niveaux communal, cantonal et fédéral, mais aussi et surtout grâce à mes deux années de vice-présidence passées aux côtés d’André Bugnon et de Chiara Simoneschi-Cortesi, que je tiens à remercier personnellement.

André, dès le début de notre collaboration, tu m’as accordé une grande confiance. Tu m’as initiée à la conduite des affaires du conseil et permis de t’accompagner lors de rencontres internationales. Mon mandat de seconde vice-présidente à tes côtés fut un excellent tremplin pour préparer cette année de présidence, ce dont je te suis sincèrement reconnaissante.

Chiara, ti ammiro molto – io, ma non soltanto io – per il tuo impegno in favore di una cultura parlamentare civile, di istituzioni politiche forti nonché delle minoranze nel nostro Paese e in tutto il mondo. Come presidente sei stata molto forte e giusta, e anche come persona. Infatti abbiamo condiviso non soltanto momenti politici bensì anche esperienze molto personali. Di tutto cuore ti auguro ogni bene.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben ein spannendes Parlamentsjahr vor uns. Erneut stehen wichtige Entscheide an, die es zu diskutieren und dann zu fällen gilt.

Ich will die Rahmenbedingungen in diesem Rat so schaffen, dass Sie ihre Aufgabe als Parlamentsmitglieder gut wahrnehmen können. Ich hoffe auf zielgerichtete und faire Debatten. Und ich werde versuchen, meinen Beitrag daran zu leisten – mit seriös vorbereiteten, organisierten und möglichst schnörkellos geleiteten Sessionen.

Ob als Politikerin, als Politologin oder auch einfach als Staatsbürgerin: Ich bin ein ausgemachtes ‚Kind der Konkordanz‘, kein anderes System überzeugt oder motiviert mich mehr.

Es ist doch fantastisch: Keine Partei kann in diesem Land vom hohen Ross herunter Politik machen! Alle Kräfte hier im Saal müssen sich nach Partnerschaften umsehen, um etwas zu erreichen. Wir müssen immer wieder Brücken zueinander schlagen und gemeinsam daran bauen.

Ich lasse mich gerne von Ihnen überraschen, zu welchen Mehrheiten sie sich im kommenden Jahr durchringen können. Und ich bin alles andere als enttäuscht, wenn diese Mehrheiten auch mal wechseln; wenn sich die Fronten dann und wann aufweichen lassen; und wenn gerade darin, in diesem Zusammenraufen, der Wert unserer Arbeit sichtbar wird.

Die Nationalratspräsidentin hat verschiedene Aufgaben wahrzunehmen. Auch solche, die sich nach aussen richten. So wird es auch mein Bestreben sein, Brücken zu schlagen: eine Brücke aus dem Parlament hinaus in die Öffentlichkeit. Was wir hier diskutieren und entscheiden, betrifft ganz direkt den Alltag der Leute – sie dürfen und sollen deshalb wissen, spüren und miterleben, was im Bundeshaus wann wieso entschieden wird - oder eben nicht. Ich werde mich stark machen für ein offenes, verständliches und transparentes Parlament.

Diesen Brückenschlag hinaus in die Bevölkerung möchte ich persönlich auch nutzen, um auf das enorme Potenzial zwischen den Generationen aufmerksam zu machen und diesem mehr Gewicht zu verleihen. Sehen wir den Austausch und Dialog zwischen den Generationen als Chance für uns alle, für unsere Gesellschaft!
Ein Austausch, den ich auch persönlich – als wesentlichen Teil meiner Biographie - stets als sehr bereichernd empfunden habe… nicht zuletzt übrigens in diesem Rat, den ich nun für ein Jahr präsidieren darf.

 

Ich freue mich auf diese Zeit und ich bin zuversichtlich, dass wir sie gemeinsam gut nutzen werden – mit fairen Debatten und mit zukunftsgerichteten Entscheidungen im Interesse der Schweiz und der Menschen, die hier leben.

Vielen Dank.