Es gilt das gesprochene Wort

 

Sitzung des Ständerates vom 30. September 2011

Rolf Büttiker wurde 1987 im Alter von erst 37 Jahren in den Nationalrat gewählt. Vier Jahre später erfolgte seine Wahl in den Ständerat. Rolf war Mitglied so vieler Kommissionen, dass hier nicht alle aufgezählt werden können. Präsidiert hat er die Kommission für Wirtschaft und Abgaben, die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie sowie zweimal die Neat-Aufsichtsdelegation. Der Staatspolitischen Kommission gehörte er seit seiner Wahl in unseren Rat an, weshalb er im Schosse dieser Kommission immer wieder als Doyen bezeichnet wurde. Die Kommissionen und weiteren Organe, denen Rolf Büttiker angehörte, widerspiegeln das breite politische Spektrum, das er "bewirtschaftet" hat. Es reichte von der Wirtschaftspolitik über die Energiepolitik und die Verkehrspolitik bis zur Staatspolitik. Und selbst in der Gesundheitspolitik, die nicht zu seinen angestammten Domänen gehört, konnte er punkten: Es gelang ihm nämlich, bei der Komplementärmedizin Mehrheiten im Parlament für einen neuen Verfassungsartikel zu finden, der schliesslich von Volk und Ständen angenommen wurde. Die "NZZ" charakterisierte Rolf Büttiker einmal als liberales Urgestein und volkstümlichen Freisinnigen. In der Tat: Rolf Büttiker verkörperte wohl wie kein anderer den klassischen Freisinnigen, bezogen auf die heutige Zeit. Der Staat soll dort tätig sein, wo die Sphäre der individuellen und der kollektiven Verantwortung aufhört. Antikatholizismus und Antiklerikalismus lagen Rolf Büttiker fern. Im Gegenteil: Die Aufhebung des Bistumsartikels, des letzten Relikts des sogenannten Ausnahmeartikels in der Bundesverfassung, war auch ihm ein Anliegen. Rolf Büttiker ist der einzige Schweizer, der sich wirklich zur Cervelat-Prominenz zählen darf, denn er hat massgeblich zur Rettung dieses Nationalsymbols beigetragen. Zum Ausblick zitiere ich gerne seine Worte auf seiner Website: "Ich werde selbstverständlich nur noch das machen, was mir wirklich Freude bereitet. In diesem Sinne freue ich mich auf ein Leben nach der Politik." Das kann viel bedeuten. Jedenfalls hat man den Eindruck, dass ihm Politik immer Freude gemacht hat. In diesem Sinne wünschen wir Dir, lieber Rolf, für die Zukunft alles Gute und viel Freude!

Christoffel Brändli blickt auf eine überaus lange politische Karriere zurück: Er war zehn Jahre Gemeinderat in Igis-Landquart, dessen Präsident er von 1979 bis 1983 war und je zwölf Jahre Grossrat und Regierungsrat des Kantons Graubünden. 1995 wurde er zusammen mit Theo Maissen in unseren Rat gewählt. Christoffel war Präsident der Kommission für Wirtschaft und Abgaben, der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie und der Spezialkommission für das Entlastungsprogramm 04. Aktuell ist er Präsident der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen. Im Weiteren war er Mitglied der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit sowie der Spezialkommission zur Ausführungsgesetzgebung des neuen Finanzausgleiches. Darüber hinaus engagierte er sich in der Delegation Efta/Europäisches Parlament, deren Vizepräsidium er während eines Jahres innehatte. Schwerpunkt der politischen Aktivitäten von Christoffel Brändli waren die Gesundheitspolitik - er war eine Zeitlang auch Präsident von Santésuisse - die Verkehrs-, Wirtschafts- und Finanzpolitik und vor allem die Energiepolitik, was notabene auch diesen Mittwoch und Donnerstag zum Ausdruck gekommen ist. Ein grosses Anliegen war ihm auch stets ein blühender Schweizer Tourismus. Sein Kanton lag ihm dabei immer sehr am Herzen. Beispielsweise wurde aufgrund eines von ihm lancierten Vorstosses die Prättigauerstrasse in das Nationalstrassennetz aufgenommen. Und nicht zuletzt aufgrund seiner von vielen Ratskolleginnen und Ratskollegen unterschriebenen Empfehlung wurde die Herbstsession 2006 in Flims abgehalten, die allen von uns, die dabei waren, in bester und schönster Erinnerung ist. Im Dezember 2007 wurde Christoffel Brändli zum Präsidenten unseres Rates gewählt. Sein Präsidialjahr begann für ihn ohne Zweifel mit einem Paukenschlag, der Abwahl von Christoph Blocher als Bundesrat und der Wahl von Eveline Widmer Schlumpf in den Bundesrat. Christoffel Brändli hat unseren Rat mit einem Stil geführt, der mit den Adjektiven fair, sicher, liebenswürdig, aber auch locker - dies im bestens verstandenen Sinne - wohl am besten umschrieben werden kann. Unvergesslich bleiben für mich die Sitzung der UREK im Oberengadin während seines Kommissionspräsidiums sowie die Sitzung des Büros des Ständerates im August 2008 während seines Ratspräsidiums im Unterengadin. Ich freue mich, Christoffel persönlich einmal im Unterengadin wiederzusehen. Alles Gute!

Im Oktober 1995 wurde Erika Forster mit einem hervorragenden Resultat zur ersten St. Galler Ständerätin gewählt. Ich habe dieses Ereignis noch in bester Erinnerung, stand ich doch damals selber im Wahlkampf und musste im Unterschied zu Dir, liebe Erika, noch "eine Ehrenrunde" dazulegen. Erika war Präsidentin der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie sowie der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit. Daneben war sie Mitglied der Aussenpolitischen Kommission, der Finanzkommission, der Kommission für Wirtschaft und Abgaben sowie der Staatspolitischen Kommission. Erika schätzte die Kommissionsarbeit sehr, in welcher sie hartnäckig und mit grossem Sachverstand nach tragfähigen Lösungen suchte. In ihrem politischen Denken und Handeln blieb sie stets selbstständig und unabhängig. "Ich bin geprägt, aber nicht gebunden", schreibt sie auf ihrer Homepage. Sehr klar kam das unter anderem zum Ausdruck, als Erika während ihrer Präsidialzeit - als Präsidentin unseres Rates - den Entscheid des Büros im Zusammenhang mit der Forderung nach Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission nach aussen zu vertreten hatte – eine wahrlich nicht einfache Aufgabe! Die Palette von politischen Themen, die Erika bearbeitete, war vielfältig und reichte - dies ist nur eine Auswahl - von der Wirtschafts- und Sozialpolitik zur Gesundheitspolitik, weiter über den Landschaftsschutz, die Energiepolitik und das Engagement für den gelungenen Uno-Beitritt der Schweiz. Die Reise der APK nach Israel ist mir noch in bester Erinnerung. Wir reisten einen Tag vor den übrigen Kommissionsmitgliedern nach Hause und wurden beide frühmorgens auf dem Flughafen von Tel Aviv von Sicherheitsbeamten mit heiklen Fragen konfrontiert. Erika war meine Vorgängerin im Ratspräsidium. Du hast unseren Rat mit ruhiger Hand, mit offensichtlicher Freude, mit Kompetenz und vor allem mit der Dir eigenen Liebenswürdigkeit präsidiert. Wir wünschen auch Dir alles Gute!

Theo Maissen wurde 1995 zusammen mit Christoffel Brändli als Vertreter des Kantons Graubünden in den Ständerat gewählt. Seine politische Karriere begann er als Gemeindepräsident in Sevgein und als Grossrat in der Legislative seines Wohn- und Heimatkantons. Als Ständerat war Theo Maissen Präsident der Kommission für Verkehr- und Fernmeldewesen, der Sicherheitspolitischen Kommission und der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur sowie Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben, der Kommission für öffentliche Bauten und der Aussenpolitischen Kommission. International vertrat er den Ständerat als Präsident der Delegation bei der parlamentarischen Versammlung des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses und zuletzt als Präsident der Delegation beim Europarat. In seiner parlamentarischen Arbeit setzte sich Theo Maissen besonders für die Wissenschafts- und Bildungspolitik, die Aussen- und Sicherheitspolitik, die Regionalpolitik, das Berggebiet und den Service public ein. Auch für die Sprachenvielfalt der Schweiz und besonders für die Förderung und Erhaltung der rätoromanischen Sprache engagierte er sich immer wieder, so gerade vor kurzem mit einer Motion für den Bestand einer rätoromanischen Hochschulprofessur. Als Experte für das Verhalten, aber auch den Nutzen von Tieren hat er unter anderem den Rat fachmännisch über das Verhältnis von Schaf und Wolf aufgeklärt. Als politischer Grundsatz gilt für Theo Maissen, der einen Doktortitel der ETH Zürich trägt, dass es sich in der Politik gleich verhält wie in der Mathematik: Nicht ganz richtig ist bereits falsch. Ausfluss dieses Theo Maissen prägenden Grundsatzes war es auch, dass er stets eigenständig handelte und sich nicht, von welchen Kräften auch immer, beeinflussen liess. Er entschied so, wie er das für richtig hielt. Theo Maissen war mein erster Sitznachbar – zu meiner Linken. Er hat mich eingeführt in die Mechanismen und Abläufe, aber auch in die "Sitten und Gebräuche" der Ratsdebatten im Ständerat. Und ein Ratschlag war: "Melde Dich nicht allzu früh zum Wort." Besonders beeindruckt hat mich, wie Theo Maissen jeweils seine Voten vorbereitet hat: vielfach erst während den Debatten und nur mit Stichworten sowie der ihm stets eigenen inneren Ruhe und Unaufgeregtheit. Auch Dir, lieber Theo, wünschen wir alles Gute!

Hermann Bürgi wurde im Herbst 1999 zusammen mit Philipp Stähelin in den Ständerat gewählt. Mit ihm und Philipp Stähelin lag seither die Vertretung des Kantons Thurgau fest in bürgerlicher Hand. Hermann Bürgi brachte unter anderem eine zehnjährige Erfahrung als Regierungsrat, dem er von 1986 bis 1996 angehört hatte, mit nach Bern. Ständeräte seien Breitbandpolitiker, und das komme ihm entgegen, war im Vorfeld der Wahlen von 2003 im "St. Galler Tagblatt" zu lesen. Und daselbst wurde ihm in einer Qualifikation auch ein breites politisches Spektrum attestiert. Er gehöre als ehemaliger Regierungsrat zur "alten" staatstragenden SVP. "Sein Auftreten ist dementsprechend nicht aggressiv", hiess es etwa. Hermann Bürgi war während seiner Amtszeit im Ständerat Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission, der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur und zuletzt der Kommission für Rechtsfragen. In seiner finanzpolitischen Haltung, so war in der Presse auch schon zu lesen, gehöre Sparsamkeit zu den höchsten Tugenden. Dieser Tugend nachzuleben, hatte er in der Finanzkommission, der er zu Beginn seiner Tätigkeit ebenfalls angehörte, gute Gelegenheit, die er auch genutzt hat. In all diesen Politikbereichen hat Hermann Bürgi die Beratungen in den Kommissionen sowie die Debatten in unserem Rat wesentlich geprägt. Mit der Führungswilligkeit und -fähigkeit des Grenadieroffiziers, mit dem analytischen Sachverstand und der Denkweise des Doktor juris, aber auch mit der Klugheit des erfahrenen Politikers. So gelang es etwa unter seinem Präsidium der Kommission für Rechtsfragen, einen indirekten Gegenentwurf zur unsäglichen "Abzocker-Initiative" von Thomas Minder auszuarbeiten, von dem festgestellt werden kann, dass er nun hoffentlich auf der Zielgeraden ist. Ob er allerdings geeignet ist, den Initianten zum Rückzug seiner Initiative zu bewegen, ist offen. Es hängt dies ja nicht nur vom Parlament ab. Hermann Bürgi freut sich auf seine "politische Pensionierung"; Hobbys hat er genug. Und da sind ja auch noch seine Grosskinder. Auch Dir, lieber Hermann, alles Gute

Rolf Schweiger wurde am 1. März 1999 als Nachfolger von Andreas Iten in den Ständerat gewählt. Begonnen hatte seine politische Karriere bereits im Jahre 1970 mit der Wahl in den Zuger Kantonsrat, dem er zunächst bis 1974 und dann erneut von 1976 bis 1994 angehörte. Rolf Schweiger war Präsident der Kommission für Rechtsfragen, der Redaktionskommission und zuletzt der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Zudem war er Mitglied der Finanzkommission, der Kommission für Wirtschaft und Abgaben sowie der Gerichtskommission. In diese Kommissionen und Präsidien konnte er sein Wissen als vielseitig interessierter und tätiger Rechtsanwalt und Notar einbringen, sei es im Bereiche des öffentlichen Baurechtes, des Umweltrechtes oder des Wirtschaftsrechtes. Nutzbringend waren aber auch seine Kenntnisse und Erfahrung als Mitglied verschiedener strategischer Organe von Gesellschaften und Verbänden. Dabei blieb er nie bei der Theorie, sondern versuchte stets, vor allem komplexe Sachverhalte anhand von praktischen Beispielen zu erläutern, wobei ihm nicht selten das Statistische Jahrbuch ein willkommenes Instrument war. Dies erfolgte im Bestreben, von allfälligen, nicht zuletzt auch parteipolitischen Vorurteilen zu abstrahieren und die Sache in den Vordergrund zu stellen. Oder anders ausgedrückt: Als Mann des Dialoges versuchte Rolf Schweiger stets, auf der Basis von Vernunft und Kreativität mehrheitsfähige Lösungen zu erarbeiten. Leider musste auch er zur Kenntnis nehmen, dass dies offensichtlich immer schwieriger wird und dass die Zahl derjenigen Politikerinnen und Politiker, die Politik eher als Spiel, denn als Dienst am Staat betrachten, stets zunimmt. In bester Erinnerung bleiben die vielen Anekdoten, die über Rolf Schweiger berichtet werden und die wir - insbesondere ich selber - teilweise miterlebt haben, sei es die Geschichte von den verschiedenen Koffern, sprich Koffer von Christiane Brunner im Zimmer von Rolf Schweiger und umgekehrt, sei es diejenige von der verwechselten Aktentasche, sprich Aktentasche des Fotokopierermonteurs des Büros Schweiger statt Aktentasche mit Akten der Parlamentsgeschäfte von Rolf Schweiger an der Fraktionssitzung. Rolf ist auch ein begeisterter Grossvater. Wir wünschen ihm von Herzen alles Gute! Und wenn ich persönlich noch etwas hinzufügen darf: Rolf, ich werde unsere gemeinsamen Reisen nach Bern und von Bern nach Hause vermissen!

Helen Leumann vertrat seit 1995 den Kanton Luzern im Ständerat. "Ein Gefühl fast wie beim Heiraten, hin und her gerissen zwischen Freude und Stolz, Respekt und Bedenken." So beschrieb Helen Leumann ihre Gefühle, als sie nach ihrer Wahl den Eid leistete. Helen Leumann war Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission, der Geschäftsprüfungs-delegation, der Kommission für Wirtschaft und Abgaben und Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie und der Redaktionskommission. Ihre politische Karriere begann Helen Leumann 1979 in der Schulpflege ihrer damaligen Wohngemeinde Sempach. Von 1983 bis 1995 war sie Mitglied des Grossen Rates des Kantons Luzern. In ihrer Tätigkeit als Ständerätin befasste sich Helen Leumann insbesondere mit den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Steuern. Dabei konnte sie die aufgrund ihrer Mitarbeit im eigenen Familienunternehmen erworbenen Kenntnisse bestens einbringen. Als Mitglied und dann Präsidentin des Verwaltungsrates der Centralschweizerischen Kraftwerke interessierte sie sich logischerweise auch für die Energiepolitik und nahm denn auch Einsitz in der UREK. Helen Leumann setzte sich aber auch stets für Familien- und Frauenanliegen ein, und auch politisch wie ethisch äusserst delikaten Bereichen im Spannungsfeld zwischen "Können und Dürfen" galt ihr Interesse. Helen Leumann war stets eine feinfühlige und liebenswürdige Kollegin. Leider erkrankte sie in diesem Frühjahr, musste deshalb kürzer treten und kann daher heute auch nicht hier sein. Wir danken Helen für Ihre Kollegialität und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute!

Seit 1999 wirkte Peter Briner als Ständerat des Kantons Schaffhausen. Zuvor war er in der Kantonsregierung als Finanzdirektor tätig. Neben der Wirtschafts- und Finanzpolitik interessierte ihn vor allem die Aussenpolitik. Während zwölf Jahren war er Mitglied der Aussenpolitischen Kommission, die er auch präsidierte. Ein weiteres Interessengebiet bildeten staats- und gesellschaftspolitische Fragen, weshalb sich Peter Briner offensichtlich auch in der Staatspolitischen Kommission wohlfühlte. Weiter war Peter Briner u. a. Mitglied der Geschäftsprüfungskommission und der Kommission für öffentliche Bauten, die er ebenfalls präsidierte. Unser distinguierter Kollege Peter Briner setzte sich als Mitinitiator und erster Präsident des Parlamentariervereins Schweiz/USA in höchst verdienstvoller Weise für ein besseres gegenseitiges Verständnis durch direkte Kontakte zwischen Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentariern und ihren amerikanischen Kolleginnen und Kollegen ein. In einem Porträt der "Schaffhauser Nachrichten" wurde er einmal als Mann der eher leisen Töne bezeichnet, als einer der das Scheinwerferlicht nicht suche. Für ihn sei Politik Sachpolitik, nicht Show, sagte er einmal. Wie Recht er hat! Politik ist Dienst am Staat, an der Res publica; Bundesbern ist nicht einfach eine Spielwiese und schon gar keine für Selbstdarsteller ohne jeglichen Teamgeist. Peter Briner ist ein Praktiker mit reicher Erfahrung aus der Privatwirtschaft und Politik, der seine Standpunkte häufig auch mit einer Prise Witz und Humor einzubringen wusste. Peter Briner wird sich künftig vermehrt seinem Hobby Reisen widmen können; sei es in die Schweizer Berge oder in die Rocky Mountains oder noch weiter, immerhin ist unsere Kollege auch noch Präsident der Eidgenössischen Kommission für Weltraumfragen. Auch Dir wünschen wir alles Gute!

Philipp Stähelin wurde 1999 mit einem Glanzresultat zusammen mit Hermann Bürgi in die Kleine Kammer gewählt. Er holte damit erstmals für die CVP einen Thurgauer Ständeratssitz. Das kam wohl nicht von ungefähr, denn Philipp Stähelin durfte bei seiner Wahl auf eine äusserst vielfältige und erfolgreiche Karriere in allen drei Staatsgewalten zurückblicken: Präsident des Verwaltungsgerichtes, Staatsschreiber und Regierungsrat, ein Amt, das bereits sein Vater versehen hatte. Erworben hatte Philipp sich dieses Rüstzeug an der Freiburger Rechtsfakultät - er trägt ebenfalls den Doktortitel -, aus welcher namhafte Politiker, nicht zuletzt auch Bundesräte, hervorgegangen sind. Im Ständerat war Philipp Stähelin Mitglied der Finanzkommission, die er auch präsidierte und wofür er als ehemaliger Finanzdirektor bestens geeignet war. Im Weiteren war er Mitglied der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit, der Aussenpolitischen Kommission und der Staatspolitischen Kommission sowie der Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung der OSZE. Zwischen 2001 und 2004 war Philipp Stähelin auch Präsident der CVP Schweiz. Philipp Stähelin war ein politischer Allrounder, der praktisch in allen Politikbereichen bewandert ist und demzufolge mit der erforderlichen Breite und Tiefe politisiert hat. Er ist ein Wertkonservativer par excellence, der Neuem aber durchaus zugänglich ist, wenn er davon überzeugt ist, dass es besser ist als das Alte. Das kam sprichwörtlich in seinem "ja, mir a wohl" zum Ausdruck. Ausdruck dieser Haltung war auch das Bestreben von Philipp, mindestens jede Session einen Vorstoss auf Eliminierung eines nicht mehr aktuellen Rechtserlasses einzureichen. Zu erinnern sei auch an die Abschaffung der schweizerischen Velonummer; meines Wissens wurde dieses Geschäft vor Kurzem vom Bundesrat in Kraft gesetzt. Aufgrund seiner offenen, fröhlichen, aber auch humorvollen Art fand Philipp Zugang zu Vertreterinnen und Vertretern aller politischen Lager. Er suchte den Konsens und wirkte integrierend. Er wird dem Rat fehlen – und mir auch. Auch Dir, Philipp, alles Gute!

Maximilian Reimann gehört dem Parlament seit knapp einem Vierteljahrhundert an. Von 1987 bis 1995 wirkte er im Nationalrat und seit seiner Wahl im Herbst 1995 im Ständerat. Und wenn es dem Aargauer Wahlvolk gefällt, wird für ihn die Grosse Kammer vielleicht schon bald zum Stöckli. Er käme damit zurück zur Tradition zu Beginn des Bundesstaates, als die Parlamentarier den Weg vom Ständerat in den Nationalrat bevorzugten. Maximilian Reimann, ausgebildeter Jurist und Verfasser einer Dissertation über ein internationales Rechtsgebiet bei Professor Dietrich Schindler, ist Mitglied der Staatspolitischen Kommission und der Aussenpolitischen Kommission, welche er beide im Laufe seiner Amtszeit auch präsidierte. Er ist Mitglied der Geschäftsprüfungskommission und gehörte jeweils während einer Legislaturperiode der Finanzkommission, der Kommission für Rechtsfragen und der Sicherheitspolitischen Kommission an. Er ist ebenfalls Mitglied der Delegation beim Europarat. Maximilian Reimann hat seine politischen Standpunkte stets pointiert und ungeschminkt in die Debatten eingebracht. Seine bevorzugten Gebiete waren – und sind immer noch: die Aussenpolitik und hier insbesondere die Europapolitik sowie die Ausländer- und Asylpolitik, aber auch staatrechtliche und staatspolitische Fragen interessierten ihn. Als ehemaliger Journalist und Fernsehreporter beobachtete er stets kritisch die SRG und ihre Exponenten mit Blick auf die Einhaltung ihrer Vorgaben. Er engagierte sich für gleich lange Spiesse zwischen gebührenfinanzierten Medien und privaten Anbietern. Maximilian und ich wurden 1995 im Ständerat gemeinsam vereidigt, und er war mein erster Sitznachbar – natürlich rechts von mir. Ich erinnere mich an sehr viele schöne und interessante Gespräche. Eine von ihm im Frühling 2011 eingereichte Interpellation trägt den Titel "Arbeitspotential älterer Menschen. Stopp der Talentverschwendung". In diesem Sinne wünschen wir Dir, lieber Maximilian, für Deine Zukunft alles Gute!

"L'action au service de la collectivité n'est donc ni avilissante ni vaine. La politique n'est donc pas corruptrice par nature. Le pouvoir n'est pas par essence pervers. Il est ce qu'on en fait." Questa citazione di Jean Lacouture nella prima pagina del suo sito Internet basterebbe da sola a riassumere lo spirito con cui il nostro collega Dick Marty ha condotto la sua azione politica. Membro della Commissione dell'economia e dei tributi di cui è presidente, della Commissione degli affari giuridici di cui è stato presidente dal 1999 al 2001, della Commissione della politica estera che ha presieduto fra il 2007 e il 2009, della Commissione di redazione, della Commissione giudiziaria, in questi 16 anni di carriera parlamentare Dick Marty è stato pure membro di numerose commissioni speciali fra il 1996 e il 1997.
Convinto difensore dei diritti dell'uomo e dello Stato di diritto, instancabile artigiano di una giustizia indipendente, i 34 interventi parlamentari che ha presentato riflettono bene questa sua lotta. Se da un lato si è messo in evidenza sul piano internazionale all'assemblea parlamentare del Consiglio d'Europa di cui è membro dal 1995, dall'altro non ha mai dimenticato che siede a Berna quale rappresentante del Cantone Ticino. L'abbiamo ancora sentito ricordare, la settimana scorsa, a coloro che l'avessero scordato che "ci sono persone che vivono laggiù", oltre il San Gottardo.
Dick Marty è parola, eloquenza ed eleganza. Quando si esprime al Consiglio degli Stati, il suo stile oratorio affascina gli ascoltatori. Nessun presidente si arrischia a interrompere i suoi interventi sempre accompagnati da un'enfasi e una gestualità particolari.
Presidente dell'Assemblea intergiurassiana dal 1° gennaio 2011, non abbiamo dubbi che saprà mettere le sue convinzioni al servizio di questa nuova sfida. Dick Marty è stato anche nominato vicepresidente del consiglio esecutivo dell'Organizzazione mondiale contro la tortura a Ginevra lo scorso 22 agosto.
Ci congratuliamo con Dick Marty per questo nuovo mandato e gli auguriamo un sereno pensionamento e molte soddisfazioni nelle sue nuove funzioni.