Sehr geehrter Herr Präsident
Frau Abgeordnete
Herren Abgeordnete
Herr Botschafter
Liebe Kollegen
Meine Damen und Herren

Ihr Besuch in Bern freut uns von ganzem Herzen, dies umso mehr, als unsere Parlamente bis heute nicht häufig miteinander in Kontakt kamen. Die letzten Besuche fielen noch in die Zeit der Sowjetunion: 1987 empfingen wir eine von Herrn Tolkunow angeführte Delegation. 1991 besuchte uns Herr Lukjanow anlässlich der 700-Jahr-Feier unserer Eidgenossenschaft.

Sie, Herr Präsident, und ich, wir führen beide unsere Delegationen bei der Parlamentarischen Versammlung der OSZE an und haben uns in dieser Funktion auch im Januar in Wien kennengelernt. Wir sind uns deshalb bewusst, welche Bedeutung der verstärkten Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Menschenrechte zukommt.

Die Schweiz misst der Rolle, die Russland innerhalb der neuen Sicherheitsarchitektur Europas einnimmt, eine grosse Bedeutung zu, weil ein echtes Sicherheitssystem ohne die Beteiligung der Russischen Föderation nicht vorstellbar ist.

Was die Wirtschaft betrifft, fällt Ihr Besuch gerade mit dem Tag zusammen, an dem der Nationalrat über einen erheblichen Kredit für die Russische Föderation und die GUS-Staaten zu befinden hat. Der Ständerat, den ich präsidiere, wird diese Vorlage ebenfalls noch in dieser Session behandeln. Wir wissen, dass Ihr Land auf seinem Weg zur Marktwirtschaft grossen Herausforderungen gegenübersteht, und wir hoffen, dass die westlichen Staaten Ihnen ihre offene Zusammenarbeit zusichern, dass Ihr Land aber auch Massnahmen ergreift, die das Vertrauen seiner Partner stärken.

Was die Menschenrechte anbelangt, sind wir froh, dass alle Mitgliedländer des Europarates sich den Grundwerten verpflichtet haben, welche in der Europäischen Menschenrechtskonvention hochgehalten werden. Wir wissen von Ihrem grossen Einsatz auf dem Weg zur rechtsstaatlichen Demokratie und möchten Ihnen dafür unsere Anerkennung aussprechen.

Die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern reichen weit zurück. Frau Nationalratspräsidentin Heberlein wird morgen näher darauf eingehen. Da Sie Genf besuchen werden, erwähne ich heute bloss François Lefort. Er, der General und Admiral aus der Zeit Peters des Grossen, wurde in Genf geboren. Und heute in 11 Tagen feiern wir seinen 300. Todestag!

Es freut mich besonders, dass es mir vergönnt ist, im Sommer anlässlich der Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE eine der schönsten Städte Europas besuchen zu dürfen: St. Petersburg, die Stadt, aus der Sie, Herr Präsident, herkommen, und in der wir uns auch wieder sehen werden.

Ich hebe mein Glas zu Ehren der russischen Staatsduma, ihres Präsidenten Gennadij Seleznjow und seiner Begleiter und wünsche, dass die Schweiz und Russland weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben. Und dass unsere beiden Parlamente künftig einen regen Austausch pflegen werden.