​Alt Bundesrat Alphons Egli (CVP / LU) ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Egli war von 1983 bis 1986 Bundesrat und stand dem Departement des Innern vor.
1975 schaffte Alphons Egli die Wahl in den Ständrat. Dort sorgte der CVP-Mann - selber ein Befürworter der Kernenergie - für Aufsehen, als er in einem Postulat anregte, auf den Bau des Atomkraftwerks Kaiseraugst zu verzichten. Die Aussichtslosigkeit des Projekts hatte er schon früh erkannt.
Am 8. Dezember 1982 wurde Egli zusammen mit dem Zürcher Freisinnigen Rudolf Friedrich in den Bundesrat gewählt. Dort übernahm er von seinem Vorgänger und CVP-Parteikollegen Hans Hürlimann das Departement des Innern. Schon vier Jahre später erklärte er als Bundespräsident 1986 seinen Rücktritt. Der damals 62-Jährige hatte Anzeichen einer Erschöpfung. Sein Nachfolger wurde der Tessiner Flavio Cotti.
Obwohl er nur vier Jahre Bundesrat war, prägte Egli den Umweltschutz über die Landesgrenze hinaus. Sein Engagement galt unter anderem dem Waldsterben. Dass dies in den 1980er-Jahren zum dominierenden Medien- und Politthema wurde, war auch Egli zu verdanken. Am 1. September 1983 hielt er eine Medienkonferenz in einem Wald bei Zofingen AG ab.
Egli schreckte auch nicht vor unpopulären Massnahmen wie dem Verbot von bleihaltigem Normalbenzin zurück. Als 1985 die Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen und Überlandstrassen gesenkt wurden, brachte dies ihm den Spitznamen "Turbo-Egli" ein. Weiterer Markstein in seiner Amtszeit war der Verfassungsartikel über den einheitlichen Herbstschulbeginn.