Der frühere Basler SP-Ständerat Carl Miville ist am 18. Juni 2021, einen Monat
vor seinem 100. Geburtstag, gestorben. Er sass für den Stadtkanton
zwölf Jahre lang im Ständerat, wo er sich einen Namen als
Sozialpolitiker und Vertreter der städtischen Anliegen machte.
Carl
Miville stammte aus einer dezidiert links politisierenden Basler
Familie. Sein Vater, der denselben Vornamen trug, durchlebte von 1920
bis 1951 zuerst als Sozialdemokrat, dann als Mitglied der
kommunistischen Partei der Arbeit (PDA) eine Politiker-Karriere – unter
anderem als Basler Regierungsrat und zuletzt als Nationalrat.
Der
Jurist Cal Miville junior begann seine Karriere nach dem Zweiten
Weltkrieg als Redaktor der sozialdemokratischen «Basler AZ». Ab 1946 war
er 16 Jahre lang Sekretär und später von 1971 bis 1977 Präsident der
Basler SP. Von 1947 bis 1980 war er mit Unterbrüchen Mitglied des
Grossen Rats, 1978 wurde er in den Nationalrat gewählt. Von 1979 bis
1991 hatte er für Basel-Stadt den einzigen Ständeratssitz inne.
In
der Kleinen Kammer machte er sich für städtische Anliegen stark. Mit
Vorstössen wollte er die «Übervertretung der ländlichen Kantone»
abbauen. Darüber hinaus machte er sich neben seinem Beruf als Leiter des
damaligen kantonalen Amts für AHV und IV sowie der Ausgleichskasse als
Sozialpolitiker einen Namen.