Im Rahmen ihres diesjährigen Inspektionsbesuchs hat die Neat-Aufsichtsdelegation die AlpTransit-Baustellen bei den Zwischenangriffen Amsteg, Bodio und Faido besichtigt. Sie liess sich von den Verantwortlichen der AlpTransit Gotthard AG und des Bundesamtes für Verkehr insbesondere über den Stand der Planung, die Organisation, die Fortschritte bei den Bauarbeiten, die Einhaltung der Termine sowie die Vortriebs- und Kostenkontrolle orientieren. Zur Sprache kamen ebenso die verschiedenen Vorkehrungen, die zum Schutz der Umwelt und des Lebensraums der Wohnbevölkerung getroffen werden sowie die Zusammenarbeit mit den direkt betroffenen Gemeinden.
Im Hinblick auf die zukünftige Linienführung der Neat im Kanton Uri legte die Neat-Aufsichtsdelegation besonderen Wert auf den direkten Kontakt mit einer Delegation der Urner Regierung. Sie besuchte mit den Vertretern des Bundes, der AlpTransit Gotthard AG und des Kantons die umstrittenen Bereiche beim geplanten Nordportal bei Erstfeld, beim künftigen Zusammenschluss mit der bestehenden Stammlinie und bei der vorgesehenen Fortsetzung im Raum Altdorf / Flüelen. Der anschliessende Gedankenaustausch unter Einbezug von Vertretern der "Allianz für eine Neat im Berg" liess die Bereitschaft der Beteiligten erkennen, sich trotz zum Teil unterschiedlicher Standpunkte, gemeinsam um die Lösung der komplexen Fragen aus einer gesamtheitlichen Sicht zu bemühen.
Im Tessin wurden die Anliegen des Kantons, den Ceneri-Basistunnel in der 2. Bauetappe rasch zu verwirklichen und die Fortsetzung der Neat durch einen baldigen Hochgeschwindigkeitsanschluss in den bedeutenden Wirtschaftsraum der Lombardei zu gewährleisten, im Rahmen eines Meinungsaustausches mit einer Delegation der Regierung eingehend erörtert. Die beiden Themenkreise werden von der Neat-Aufsichtsdelegation in einem breiteren Rahmen weiterverfolgt.
In Bezug auf die Studie der Hayek Engineering AG über mögliche Kostenreduzierungspotenziale beim Bau des Gotthard-Basistunnels hatte die Neat-Aufsichtsdelegation bei einer ersten Beurteilung Mitte August keine grundlegenden Mängel oder Ungereimtheiten feststellen können. Im Rahmen ihrer Inspektionssitzung hat sie die Studie und die diesbezüglichen Schlussfolgerungen des Verwaltungsrats der AlpTransit Gotthard AG einer gründlicheren Prüfung unterzogen. Die wichtigsten offenen Fragen hinsichtlich Realisierbarkeit der einzelnen Vorschläge und Vollzug der bereits eingeleiteten Massnahmen konnten dabei geklärt werden. Die Detailanalyse hat die bisherigen Feststellungen der Neat-Aufsichtsdelegation bestätigt. Da keine weiteren kritischen Punkte gefunden werden konnten, ergibt sich für sie kein Anlass, gegenüber dem Bundesrat als Aufsichtsorgan einzuschreiten oder besondere Massnahmen zu fordern.
Die Neat-Aufsichtsdelegation hielt sich am 12. und 13. September 2000 unter dem Vorsitz von Nationalrat Andrea Hämmerle (SP/GR) in den Kantonen Uri und Tessin auf. Sie wurde unter anderem begleitet von den Direktoren des Bundesamts für Verkehr, der Eidgenössischen Finanzkontrolle und des Bundesamts für Raumentwicklung sowie Vertretern der Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen der Erstellergesellschaften (AlpTransit Gotthard AG und BLS AlpTransit AG).
Bern, 14.09.2000 Parlamentsdienste