Die WBK des Nationalrates spricht sich sehr anerkennend über die Arbeit der Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" aus und stimmt dem Rahmenkredit für die nächsten vier Jahre einstimmig zu.

"Wenn alle besser verstünden, dass wir alle nur Gäste auf dieser Welt und deshalb Wanderer sind, würde man auch uns mehr Verständnis entgegenbringen". Dieses Zitat fanden die Mitglieder der WBK in ihren Unterlagen und etwas vom Geist dieser Aussage des Präsidenten der Radgenossenschaft der Landstrasse schien im Kommissionszimmer gegenwärtig zu sein, als der Rahmenkredit an die Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" zur Diskussion stand (01.012 n). Erst 1973 ist die Aktion "Hilfswerk für Kinder der Landstrasse" aufgelöst worden, in deren Rahmen seit 1926 über 600 Kinder von Fahrenden ihren Eltern weggenommen worden waren. Seither hat sich der Bund verschiedentlich mit der schwierigen Situation dieser Minderheit in unserm Land befasst. Die 1997 erfolgte Gründung der Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" geht auf die Initiative einer parlamentarischen Kommission zurück. Sie sei ein Beispiel dafür, wie unser Land aus der Vergangenheit eine Lehre gezogen habe, wurde vermerkt. - Die Stiftung hat den Auftrag, die Lebensbedingungen der fahrenden Bevölkerung in der Schweiz zu sichern und zu verbessern und einen Beitrag zur Wahrung ihres kulturellen Selbstverständnisses zu leisten. In der WBK fand die bisher von der Stiftung geleistete Arbeit grosse Anerkennung: Es ist ihr gelungen, mit wenigen Mitteln Beachtliches zu erreichen, sie hat dringliche Probleme aufgegriffen - so die immer wiederkehrende Frage der Stand- und Durchgangsplätze, der Verbesserung der Schulbildung etc. und es ist ihr auch gelungen, eine Klima des Vertrauens zu bilden und das Verständnis der Bevölkerung zu mehren. In letzter Zeit haben die Konflikte mit ausländischen Fahrenden Auswirkungen auf die Fahrenden in unserm Land. Gerade auch in diesem Problembereich sieht die WBK eine wichtige Aufklärungsarbeit der Stiftung.

Die Kommission, die diese Vorlage in Anwesenheit von Bundesrätin Ruth Dreifuss beraten hat, stimmte dem Rahmenkredit von 750'000 Franken für die Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" für die Jahre 2002 - 2006 einstimmig und ohne Enthaltungen zu.

Die Kommission tagte vom 25. - 27. April 2001 unter dem Vorsitz von Nationalrat Johannes Randegger (FDP/BS) in Bern. In Anwesenheit von Bundesrat Pascal Couchepin beugte sie sich während 18 Sitzungsstunden über ein ganz zentrales Thema ihres Aufgabenbereiches, über das neue Berufsbildungsgesetz BBG (00.072). An der nächsten Sitzung vom 16.-18. Mai soll die Detailberatung fortgesetzt und die erste Lesung abgeschlossen werden.

Bern, 30.04.2001    Parlamentsdienste