Die Kommission sich hat auf dem Werksgelände der Bombardier Transportation AG in Pratteln technische Neuerungen präsentieren lassen und Spitzenvertreter der Bahnen und der Verwaltung angehört.

Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) des Nationalrats hat den ersten Tag ihrer dreitägigen Sitzung ganz dem Güterverkehr gewidmet. Am Morgen hat sie mit den Direktoren der SBB Cargo und der BLS Cargo, Daniel Nordmann und Dirk Stahl, dem Generalssekretär des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), Hans Werder, und dem Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV), Max Friedli, Strategien und unterschiedliche Modelle für die zukünftige Entwicklung im Schienengüterverkehr diskutiert. Zum anschliessenden Gedankenaustausch beim Mittagessen durfte die Kommission zudem den basellandschaftlichen Volkswirtschaftsdirektor Erich Straumann und den Gemeindpräsident von Pratteln, Willy Schneider empfangen.

Der Nachmittag war für die Präsentation technischer Innovationsmöglichkeiten reserviert. Der Verwaltungsratspräsident und der Geschäftsführer der Bombardier Transportation AG (Schweiz), Wolfgang Tölsner und Alfred Ruckstuhl stellten zusammen mit Theo Allemann, Geschäftsleitungsmitglied der Hupac Intermodal SA einen neu, spezifisch für die Schweiz konstruierten Tieflader-Güterwagen und eine neue Mehrstrom-Lok für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr in Europa vor:

Der "Ultra Low Rola Tieflader-Güterwagen" ist durch eine spezielle Absenkung in der Lage, auch Lastwagen mit einer Eckhöhe von 4m - bisher sind nur 3.80m möglich - durch den Gotthard-Tunnel zu transportieren. Dies ist von entscheidender Bedeutung, weisen doch 80 Prozent aller Lastwagen im Nord-Süd-Transitverkehr eine Eckhöhe von bis zu 4m auf.

Die neue Mehrsystem-Lokomotive Re 484ist auf den vier häufigsten Spannungssystemen in Europa einsetzbar und ermöglicht so eine schnellere technische Grenzabfertigung. Zeitgewinn und Effizienzsteigerung sind im internationalen Güterverkehr besonders wichtig, weil die Pünktlichkeit der Zustellung einer der zentralen Faktoren für die Verkehrsverlagerung darstellt.

Die Sitzung fand unter dem Vorsitz von Nationalrat Peter Vollmer (SP/BE) in Pratteln statt. Die beiden weiteren Sitzungstage in Bern werden schwergewichtig der Detailberatung zum neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) gewidmet sein.

Bern, 30.06.2003    Parlamentsdienste