Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates stattet der RUAG Aerospace Deutschland einen eintägigen Besuch ab. Dieser soll der Kommission ermöglichen, sich anhand der Entwicklungen am deutschen Standort ein genaues Bild der Expansionsstrategien der RUAG zu machen. Neben der Besichtigung der Werkstätten stehen Gespräche mit den Verantwortlichen der RUAG und Vertretern der deutschen Luftwaffe auf dem Programm. In der Vergangenheit besuchte die Kommission bereits die Standorte Thun (RUAG Munition) und Emmen (RUAG Aerospace).

Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates (SiK-N) stattet am heutigen 1. September 2004 der RUAG Aerospace in Oberpfaffenhofen (Deutschland, südlich von München) einen eintägigen Besuch ab. Vorrangiges Ziel dieses Besuchs ist es, sich vor Ort ein Bild von den Aktivitäten der RUAG Aerospace Deutschland zu machen, nachdem sie im Januar 2003 die Geschäftsbereiche „Flugzeug-Strukturbau" sowie „Flugzeug- und Helikopterunterhalt" der Firma Fairchild Dornier GmbH in Oberpfaffenhofen erworben hat. Neben der Besichtigung der Werkstätten sind Gespräche mit Verantwortlichen der RUAG geplant: mit Konrad Peter, Präsident des Verwaltungsrates der RUAG Holding, Horst Steinberg, Vorsitzender der Geschäftsführung der RUAG Aerospace Deutschland, Toni Wicki, Delegierter des Verwaltungsrates der RUAG; ferner mit Vertretern der deutschen Luftwaffe, darunter Brigadegeneral Oppitz, Stabsabteilungsleiter Führungsstab II.

In den Gesprächen werden in erster Linie folgende Punkte zur Sprache kommen: Zusammenarbeit zwischen Industrie und Streitkräften (am Beispiel der Zusammenarbeit zwischen der RUAG und der deutschen Luftwaffe in Oberpfaffenhofen), vorgesehene Entwicklung in Oberpfaffenhofen (im zivilen wie im militärischen Bereich), Partnerschaften und Expansionsstrategien der RUAG im Ausland sowie die Frage einer allfälligen Öffnung des Aktionariats für Dritte.

Obwohl die RUAG 1999 in eine privatrechtliche Gesellschaft umgewandelt wurde, ist der Bund bis heute Alleinaktionär. Ungeachtet der Tatsache, dass der Anteil der Aufträge des VBS in den vergangenen fünf Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist (von 86 auf 42 Prozent), konnte die RUAG ihren Umsatz in der gleichen Zeitspanne von 931 Millionen auf 1,2 Milliarden Franken steigern. Die Eignerstrategie des Bundes verpflichtet die RUAG allerdings, eine technologische Grundlage für die Armee sicherzustellen. Dies kann durch Partnerschaften mit anderen Gesellschaften (oder sogar Zukauf solcher Gesellschaften) in der Schweiz und im Ausland (z.B. in Oberpfaffenhofen) gewährleistet werden. Der Geschäftsbereich „Flugzeug-Strukturbau" sowie „Flugzeug- und Helikopterunterhalt" gehört zu den Expansionsbereichen, mit deren Hilfe ein Kompetenzzentrum für die Armee aufrecht erhalten können sollte.

Bei diesem Besuch werden der Kommissionspräsident Edi Engelberger (FDP, NW) und 14 weitere Mitglieder der SiK anwesend sein.

Bern, 01.09.2004    Parlamentsdienste