Einen Tag vor Weihnachten hat der Nationalratspräsident, während der Arbeit in seinem Büro in Genf, das Bewusstsein verloren. Nachdem er notfallmässig ins Spital eingeliefert wurde, diagnostizierten die Ärzte einen Gehirntumor.
Die sofort eingeleiteten Chemo- und Strahlentherapien verlaufen wunschgemäss und werden gut vertragen. Gemäss den behandelnden Ärzten von Jean-Philippe Maitre, wird diese erste Therapiephase bis Ende Februar dauern, anschliessend folgt ein Erholungsmonat. Ab April wird eine neue Phase mit Chemotherapie einsetzen, die ungefähr sechs Monate dauern wird.
Jean-Philippe Maitre nimmt diese zweite Therapiephase mit grosser Zuversicht und in guter Verfassung in Angriff. Unter Berücksichtigung der Dauer der Therapie, ist Jean-Philippe Maitre jedoch zum Schluss gekommen, dass die Erfüllung der Aufgaben des Nationalratspräsidenten in Bezug auf die schweizerische politische Agenda und die internationalen Kontakte, so nicht möglich ist. Aus Respekt vor seinen Kollegen und vor dem Amt, hat er deshalb entschieden auf das Nationalratspräsidium per 1. März 2005 zu verzichten.
Gemäss Art. 6, Absatz 3 des Geschäftsreglements des Nationalrats, wird die christlich-demokratische Fraktion eine Kandidatin oder einen Kandidaten für eine Neuwahl aufstellen.
Jean-Philippe Maitre wird gleichzeitig auch als Nationalrat zurücktreten. Nachdem er über 21 Jahre dem eidgenössischen Parlament angehört hat, scheint ihm dieser Verzicht nahe liegend. Jean-Philippe Maitre engagierte sich als Nationalrat für die verschiedensten Dossiers, vor allem im Bereich der Wirtschaft, der Steuern und der Aussenpolitik. Er präsidierte zwei wichtige Kommissionen, die Kommission für auswärtige Angelegenheiten (1988 und 1989) und die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (2002 und 2003). Weiter war er von 1998 bis 2002 Vorsitzender der christlichdemokratischen Fraktion. Jean-Philippe Maitre war daneben während 12 Jahren (1985 bis 1997) Mitglied der Genfer Kantonsregierung (Vorsteher des Wirtschaftsdepartements) sowie 1992 und 1997 Genfer Regierungspräsident. Bern, 18. Februar 2005