Nach der Diskussion über die Grundzüge der europäischen Integrationspolitik der Schweiz befassten sich die beiden Delegationen mit den künftigen Erweiterungen der Europäischen Union und deren Auswirkungen auf die EU-Mitglieder und die Schweiz. Die Delegation des Europäischen Parlamentes zog darauf eine Bilanz über die Ratifikation der Europäischen Verfassung, einem Vertragswerk, das ihrer Meinung nach der Stärkung der Demokratie und der Verbesserung der Transparenz und Effizienz der erweiterten Union dient.
Im Gespräch über die bilateralen Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz brachten beide Delegationen ihre Genugtuung zum positiven Ausgang der schweizerischen Volksabstimmung zum Schengen-Abkommen zum Ausdruck. In diesem Zusammenhang kam auch die bevorstehende Abstimmung vom 25. September 2005 zur Erweiterung des Freizügigkeitsabkommens auf die neuen EU-Mitgliedstaaten zur Sprache und dessen grundlegende Bedeutung für die Zukunft der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU.
Darauf folgte eine allgemeine Debatte über die Liberalisierung der Dienstleistungen in der EU, deren Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in Europa sowie deren Folgen für die Schweiz.
Die Schweizer Delegation orientierte zudem die Europäische Delegation über die Fortschritte, welche auf dem Gebiet der Alpentransversale und des Eisenbahntransits gemacht worden sind.
Schliesslich zeigten sich die Delegationen befriedigt über ie Absicht der Europäischen Kommission, in Bern auf Ende Jahr eine ständige Delegation für die bilateralen Beziehungen und den Informationsaustausch zwischen der EU und der Schweiz einzurichte. Die beiden Delegationen hatten am 18. November 2004 in Strassburg eine gemeinsame Erklärung zur Unterstützung dieser Initiative verabschiedet.
Das nächste Interparlamentarische Treffen findet 2006 an einem der Arbeitsorte des Europäischen Parlaments statt.
Die schweizerische Delegation bestand, neben dem Präsident, aus Eugen David (CVP/SG), Peter Briner (FDP/SH), Mario Fehr (SP/ZH), Hannes Germann (CVP/SH), Hans Ulrich Mathys (SVP/AG), Felix Müri (SVP/LU), Gisèle Ory (SP/NE), Kathys Riklin (CVP/ZH) und René Vaudroz (FDP/VD).
Die europäische Delegation stehte sich aus der Präsidentin Diana Wallis, Robert Evans (PSE/Vereinigtes Königreich), Wolf Klinz (ALDE/Deutschland), Marie Panayotopoulos (PPE-DE/Griechenland), Paul Rübig (PPE-DE/Österreich) und Andreas Schwab (PPE-DE/Deutschland) zusammen.
Murten, 12.07.2005 Parlamentsdienste