Die APK-S nutzte ihre Sitzung beim IKRK in Genf, um dessen Präsidenten Peter Maurer zu treffen. Dieser informierte die Kommission über die laufenden Grosseinsätze seiner Organisation und zeigte sich besorgt über die immer stärkere Zersplitterung der Konflikte und die steigende Zahl der beteiligten Parteien, über die Zunahme des Waffenhandels sowie über die Überlagerung der verschiedenen Gewaltformen und deren Auswirkungen auf die Bildung und die Gesundheitsversorgung in den betroffenen Regionen. Gegenstand der Gespräche waren ferner die Finanzierung der IKRK-Aktivitäten und die Perspektiven in diesem Bereich, die Partnerschaften der Organisation sowie die humanitären Herausforderungen, die mit den neuen Technologien und namentlich der Cyberkriminalität einhergehen. Zu guter Letzt befasste sich die Kommission, welche die operative Tätigkeit des IKRK besser kennen lernen wollte, mit dem konkreten Fall der Ukraine.
Situation in Eritrea
Die Kommission beschloss mit 8 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung, ihrem Rat zu beantragen, die Motion 16.3600 (Nationalrat (Tornare) «Situation in Eritrea. Bestrebungen der UNO unterstützen») anzunehmen. Die Kommission hält fest, dass die Schweiz die Eritrea-Projekte der Vereinten Nationen bereits aktiv unterstützt, und erachtet es daher für folgerichtig, diese Bemühungen weiter zu fördern. Über die Motion 17.3098 (Fraktion SVP), die vom Bundesrat die sofortige Eröffnung einer Schweizer Botschaft in Eritrea verlangt, wird die APK-S erst an ihrer nächsten Sitzung befinden, um bis dahin nach einer Formulierung suchen zu können, die der Strategie des Bundesrates eher entspricht.
Zuvor hatte die Kommission ihre Anwesenheit am Sitz des IKRK genutzt, um Bruce Mokaya anzuhören, der als stellvertretender Regionaldirektor des IKRK für Afrika zuständig ist. Die APK-S konnte so in Erfahrung bringen, wie das IKRK die Situation in Eritrea einschätzt, und sich über die Aktivitäten der Organisation in diesem Land informieren. Die Kommission hörte zudem auch Toni Locher, Honorarkonsul von Eritrea in der Schweiz, an. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem die Beziehungen von Eritrea zu Äthiopien, die Allianzen und Beziehungen mit bestimmten Grossmächten und die Rückkehrhilfe. Im Anschluss an die Anhörungen nahm die APK-S Kenntnis vom Bericht, den der Bundesrat in Erfüllung des Postulats 15.3954 von Nationalrat Gerhard Pfister verfasst hatte. In diesem Zusammenhang informierte sie sich bei der Verwaltung insbesondere über die neuesten Entwicklungen bei den verschiedenen laufenden bilateralen und multilateralen Dialogen und den Eritrea-Programmen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).
Europapolitische Aktualitäten
Die Kommission informierte sich beim Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Bundesrat Didier Burkhalter, über die aktuellen europapolitischen Themen. Im Mittelpunkt standen die gemeinsamen Dossiers der Schweiz mit der Europäischen Union (EU), der Schweizer Kohäsionsbeitrag an die EU, der Verlauf der Brexit-Verhandlungen, die Beziehungen der Schweiz zum Vereinigten Königreich sowie die anstehenden Termine.
11. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO)
Die Kommission wurde vom Bundesrat ausserdem zum Verhandlungsmandat für die kommende WTO-Ministerkonferenz konsultiert, welche vom 10. bis 13. Dezember 2017 in Buenos Aires stattfindet. Wie ihre Schwesterkommission ist die APK-S der Ansicht, dass dieses Mandat präzisiert werden muss, vor allem was das Thema Landwirtschaft angeht. Eine detaillierte Stellungnahme wird sie an ihrer nächsten Sitzung, das heisst am 14.November, verfassen.
Die Kommission hat am 23. und 24. Oktober 2017 unter dem Vorsitz von Ständerat Christian Levrat (SP, FR) am Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf getagt. Anwesend waren Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Bundesrat Didier Burkhalter, der zum letzten Mal an einer Sitzung der APK-S teilgenommen hat.