Nachdem sich die Kommission für die neue Legislaturperiode konstituiert hatte, behandelte sie das erste Mal seit 12 Jahren wieder ein Begnadigungsgesuch

Die Begnadigungskommission hat am 9. September 2020 in der laufenden Legislaturperiode erstmals getagt. Sie hat sich selbst konstituiert und wählte Ständerat Daniel Fässler (M-CEB/AI) zu ihrem Präsidenten und Nationalrat Pierre-André Page (V/FR) zu ihrem Vizepräsidenten.

Nachdem der Vereinigten Bundesversammlung im Jahr 2008 letztmals ein Begnadigungsgesuch zur Entscheidung vorlag, hatte die Kommission Anfang September wieder ein Gesuch zu beraten. Es ging um einen tschechischen Staatsbürger, welcher vom Bundesstrafgericht in Bellinzona des Betruges sowie der mehrfachen qualifizierten Geldwäscherei für schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt worden war. Die Kommission spricht sich einstimmig gegen eine Begnadigung des Gesuchstellers aus und empfiehlt der Vereinigten Bundesversammlung, das Begnadigungsgesuch abzulehnen. Diese wird am 23. September 2020 definitiv über die Begnadigung entscheiden.