Eine Delegation des Schweizer EFTA-Parlamentarierkomitees weilte vom 10.-12. Februar 2016 zu einem offiziellen Arbeitsbesuch in Indien. Während dieses Arbeitsbesuchs haben Treffen mit Branchenvertretern zentraler Wirtschaftszweige in der Finanz- und Wirtschaftsmetropole Mumbai sowie offizielle Gespräche mit Mitgliedern der Lok Sabha (Unterhaus), der Rajya Sabha (Oberhaus), Vertretern des Handels- und Industrieministeriums sowie des Finanzministeriums in Delhi stattgefunden. Im Zentrum der Gespräche standen die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Indien sowie die allgemeine Wirtschaftsentwicklung in Südasien.

​Mit einer Bevölkerung von über 1,25 Milliarden ist Indien nicht nur die bevölkerungsreichste parlamentarische Demokratie der Welt, sondern auch der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Südasien und der viertwichtigste in ganz Asien. Die indische Wirtschaft erzielte 2015 ein Wachstum von 7,2 Prozent (IWF), für 2016 wird mit einem Zuwachs von 7,4 Prozent gerechnet. Damit wird sie in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen. Dank verbesserter sozioökonomischer Bedingungen sowie einer dynamischen und ständig wachsenden urbanen Mittelschicht darf zudem von einer konstanten Zunahme des indischen Tourismus in der Schweiz ausgegangen werden.

Unter der Leitung von Nationalrat Thomas Aeschi (SVP/ZG) haben sich Vertreter des EFTA-Parlamentarierkomitees erst mit Wirtschaftsakteuren in Mumbai und Pune, anschliessend mit Mitgliedern der Lok Sabha (Unterhaus), der Rajya Sabha (Oberhaus) sowie Repräsentanten des Finanz- und des Handelsministeriums in Delhi über eine Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen unterhalten.

Im Gespräch mit Vertretern der Wirtschafts- und Industriekommission sowie Vertretern der aussenpolitischen Kommission beider parlamentarischen Kammern bekräftigten die Vertreter des EFTA-Parlamentarierkomitees das Interesse der EFTA-Staaten an einer Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein umfassendes „Trade and Economic Partnership Agreement“ mit Indien. Des Weiteren hatte die Delegation auch die Gelegenheit, mit Anita Praveen, Joint Secretary des Handels- und Industrieministeriums, und Akilesh Ranjan, Joint Secretary des Finanzministeriums, über die Herausforderungen bei der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit zu diskutieren.

Im Rahmen mehrerer Firmenbesuche, unter anderem bei einem weltweiten Anbieter von IT-Services, Beratungsleistungen und Geschäftslösungen, der Niederlassung einer Schweizer Grossbank in Mumbai sowie bei einem international tätigen Schweizer Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Verpackungsindustrie und einem Service Center eines Schweizer Finanzdienstleisters in Pune, konnte sich die Delegation vom Geschäftspotenzial für die Schweizer Wirtschaft in Indien überzeugen. Indien ist für Schweizer Firmen sowohl als Absatzmarkt, für die Auslagerung von Geschäftsprozessen, als Produktionsstandort wie auch für den Einkauf von Komponenten interessant.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des TPP (Trans-Pacific Partnership) sowie dem gegenwärtig zwischen der EU und den USA verhandelten TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership), ist es sowohl im Interesse Indiens als auch der Schweiz den Anschluss an die globalen Wertschöpfungsketten nicht zu verlieren. Es ist aus Sicht der Delegation deshalb unabdingbar, nun auch wieder auf höchster politischer Ebene den Willen nicht nur für eine baldige Wiederaufnahme der Gespräche, sondern für einen dann auch zügigen Abschluss der im Jahr 2008 aufgenommen Verhandlungen zu einem umfassenden Freihandelsabkommen mit Indien zu bekräftigen.

 

Nationalrat Thomas Aeschi (SVP/ZG), Vorsitzender der EFTA/EU-Delegation, führte die Delegation an, welcher auch Nationalrätin Kathy Riklin (CVP/ZH) und Nationalrat Hans-Peter Portmann (FDP/ZH) angehört haben. Die Delegation wurde durch Cédric Stucky, Sekretär der EFTA/EU-Delegation, begleitet.

 

Offizieller Empfang der Vertreter der EFTA/EU-Delegation, Nationalrat Thomas Aeschi (Delegationspräsident), Nationalrätin Kathy Riklin und Nationalrat Hans-Peter Portmann, auf der Residenz des Schweizer Botschafters in Indien, Herrn Linus von Castelmur.

 

Nationalrat Thomas Aeschi, Präsident der EFTA/EU-Delegation, begrüsst Vertreter der Wirtschafts- und Zivilgesellschaft auf der Residenz des Schweizer Botschafters in Neu Delhi.

 

 

Bern, 15. Februar 2016 Parlamentsdienste