Die FinDel beriet am 26. April und 19. Oktober 2021 sowie am 18. Januar 2022 vom Bundesrat eingereichte dringliche Kreditgesuche von rund 322 Millionen Franken. Sie genehmigte diese, nachdem sie deren Dringlichkeit, Wirksamkeit und Risiken geprüft hatte.
Seit Anfang 2021 fokussiert die FinDel ihre begleitende Finanzoberaufsicht vor allem auf diejenigen Bereiche der Corona-Kredite mit hohem finanziellen Volumen bzw. bedeutenden Finanz-, Missbrauchs- und Reputationsrisiken. Im Tätigkeitsbericht wird die Haltung der FinDel zu folgenden Themen erläutert: Solidarbürgschaften des Bundes (Covid-19-Kredite), Corona-Erwerbsersatz, Kurzarbeitsentschädigungen, Bundesbeiträge an kantonale Härtefallprogramme, Arzneimittel und Impfleistungen, Beschaffung medizinischer Güter, Massnahmen im Bereich der Luftfahrt sowie Unterstützung von Kultur und familienexterner Kinderbetreuung. Die FinDel koordiniert ihre Arbeiten im Rahmen der Oberaufsicht mit denjenigen der Finanz- und Geschäftsprüfungskommissionen.
Bundesbürgschaften für Hochseeschiffe
Der Bundesrat setzte bis Ende 2021 acht Empfehlungen aus dem Untersuchungsbericht der FinDel vom 27. Juni 2019 um. Die Umsetzung der letzten hängigen Empfehlung wird die Delegation weiterverfolgen. Angesichts der Volatilität des Marktes legt sie grossen Wert darauf, dass die Verwaltung weiterhin an der Strategie der Verlustminimierung festhält.
Ende November 2021 bürgte der Bund für Kredite von 16 Hochseeschiffen in der Höhe von 279 Millionen Franken (47 Millionen weniger als Ende 2020). Die finanziellen Risiken für den Bund haben sich im Berichtsjahr erheblich reduziert. Die positive Marktentwicklung im Berichtsjahr führte dazu, dass die Schiffsgesellschaften die für 2021 auf den einzelnen Hochseeschiffen geschuldeten Amortisationen vollständig leisten und teils zusätzliche Liquiditätsreserven aufbauen konnten.
Digitalisierung
Ende 2021 wurden 16 Informatikprojekte der zentralen Bundesverwaltung mit einem Volumen von über 6 Milliarden Franken als DTI-Schlüsselprojekte geführt. Davon entfallen rund 4,7 Milliarden Franken auf die sieben Schlüsselprojekte im Bereich des VBS. Die FinDel verfolgte die mit höheren Risiken verbundenen Projekte wie SUPERB und DaziT (EFD), ASALfutur (EFD) und die Projekte des VBS besonders aufmerksam.
Die FinDel liess sich regelmässig über Stand und Herausforderungen der Digitalisierung sowie die neuen Prozesse und die Reorganisation des Bereichs Digitale Transformation und IKT-Lenkung (DTI) informieren. Gegenstand der Diskussionen war auch die Zusammenarbeit des DTI mit dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit, dem Beauftragten des Bundes und der Kantone für die digitale Verwaltung Schweiz, den IKT-Leistungserbringern der Bundesverwaltung und dem Bundesamt für Justiz (rechtliche Rahmenbedingungen der Digitalisierung).
Anfang 2021 wurden einige Anliegen der FinDel mit Inkrafttreten der Verordnung über die digitale Transformation und die Informatik weitgehend erfüllt. Andere Kernanliegen (Erarbeitung einer bundesweiten Architektur und Mittelfristplanung) sind weiterhin hängig; die FinDel kritisierte, dass diese vom Bereich DTI nicht priorisiert wurden.
Cybersicherheit
Zunehmende Wichtigkeit erhält die Cybersicherheit. Die FinDel behandelte die Fragen, wie die Cybersicherheit auf Bundesebene organisiert sein soll, wer welche Aufgaben wahrnimmt und wer über welche Entscheidkompetenzen verfügen soll, an mehreren Tagungen mit den Zuständigen.
In ihrem Tätigkeitsbericht 2021 behandelt die FinDel weitere Themen wie das Beschaffungswesen des Bundes, die Entflechtung der RUAG, die Eisenbahnausbauprogramme und Personalgeschäfte. Ihre Empfehlungen sind im Anhang des Berichts aufgeführt.