Martin Candinas wird auf seiner Reise vom Präsidenten der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates, Franz Grüter (SVP, LU), begleitet. Die Schweizer Delegation ist zu hochrangigen politischen Gesprächen eingeladen und hat daneben auch Gelegenheit, sich im slowenischen Parlament mit Mitgliedern des Aussenpolitischen Ausschusses, des Ausschusses für EU-Angelegenheiten und des Ausschusses für Infrastruktur, Umwelt und Raumplanung auszutauschen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die bilaterale Zusammenarbeit, namentlich die Umsetzung des zweiten Schweizer Beitrags in Slowenien, die Wirtschaftsbeziehungen, die EU-Politik sowie die Bekämpfung des Klimawandels nach den schweren Überschwemmungen vom August in Slowenien.
Als wichtiger Knotenpunkt zwischen Mittel- und Osteuropa investiert Slowenien derzeit in die Hafen- und Eisenbahninfrastruktur mit dem Ziel, die CO2-Emissionen in der Logistik und im Transportwesen zu senken. Der Nationalratspräsident besichtigt am 10. Oktober den Hafen von Koper und nimmt das 27,1 Kilometer lange zweite Eisenbahngleis zwischen Divača und Koper, das sich derzeit im Bau befindet, in Augenschein. Dieses Gleis wird die Kapazität des Schienengüterverkehrs zwischen dem Hafen von Koper und dem restlichen Europa erhöhen.
Die Schweiz und Slowenien arbeiten in internationalen Organisationen aktiv zusammen und unterhalten ausgezeichnete Beziehungen, namentlich im Wirtschaftsbereich. Im Jahr 2022 wurde die Schweiz zur wichtigsten Handelspartnerin Sloweniens. Das bilaterale Handelsvolumen belief sich auf über 18 Milliarden Franken. Der Nationalratspräsident trifft vor Ort mit Führungskräften von in Slowenien ansässigen Schweizer Unternehmen zusammen. Die beiden Länder unterzeichneten am 28. August 2023 das Abkommen zur Umsetzung des zweiten Schweizer Beitrags, der auch Slowenien zugutekommt und für die Finanzierung von Projekten zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur Förderung der erneuerbaren Energien in den slowenischen Alpen eingesetzt werden soll.