Am Rande der IPU-Versammlung in Genf standen für den Nationalratspräsidenten drei Gespräche auf dem Programm. Zunächst kam Eric Nussbaumer mit dem Präsidenten der indischen Volkskammer, Om Birla, zusammen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit der beiden Länder sowie das Freihandelsabkommen zwischen Indien und den Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA (Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen), das am 10. März 2024 nach 16 Jahren Verhandlungen in Neu-Delhi unterzeichnet worden war. Die Botschaft zur Genehmigung dieses Freihandelsabkommens wurde vom Bundesrat am 4. September 2024 verabschiedet. Die eidgenössischen Räte werden diese Botschaft in der Wintersession 2024 oder in der Frühjahrssession 2025 behandeln. Die Schweiz und die anderen EFTA-Staaten sind die ersten europäischen Länder, denen es gelungen ist, ein Freihandelsabkommen mit Indien abzuschliessen.
Indien gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz in Asien und die beiden Länder konnten ihre Beziehungen mit regelmässigen hochrangigen Treffen und Besuchen festigen. Die Schweiz und Indien haben zahlreiche bilaterale Abkommen unterzeichnet, z. B. in den Bereichen Handel, Entwicklungszusammenarbeit, Grund- und Berufsbildung, Visa, Migration, Flugverkehr, Investitionen, Finanzen, Steuern sowie Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit.
Im vergangenen Jahr konnten die beiden Länder das 75. Jubiläum ihres Freundschaftsvertrags vom 14. August 1948 feiern.
Mit dem Präsidenten der Nationalversammlung der Côte d'Ivoire, Adama Bictogo, tauschte sich Eric Nussbaumer über die bilateralen und wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder, deren Zusammenarbeit auf multilateraler Ebene sowie über die internationale Lage und die Zusammenarbeit in der Wissenschaft aus. Das im ivorischen Abidjan ansässige Schweizer Zentrum für wissenschaftliche Forschung (Centre Suisse de Recherches Scientifiques, CSRS) ist einer der wichtigsten Akteure im Bereich der Tropenforschung. Die beiden Parlamentspräsidenten unterhielten sich ausserdem über die Lage in Westafrika und die Rolle von Côte d'Ivoire in dieser Region sowie über die Umsetzung des seit 2021 bestehenden Partnerschaftsabkommens zwischen dem Kanton Basel-Stadt und der grössten Gemeinde in Côte d'Ivoire, Yopougon, deren Bürgermeister Adama Bictogo seit 2023 ist.
Seit der Unabhängigkeit von Côte d'Ivoire im Jahr 1960 unterhalten die Schweiz und das westafrikanische Land gute Beziehungen. Die Schweiz leistet einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Landes, namentlich durch Investitionen in den Nahrungsmittelsektor und die Infrastruktur, und ist ein wichtiger Wissenschaftspartner. Im Mittelpunkt der Beziehungen steht die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Migration.
Die Subsahara-Afrika-Strategie (2021–2024) des Bundesrates zählt Côte d'Ivoire zu den dynamisch wachsenden afrikanischen Ländern mit grossem wirtschaftlichen Potenzial, insbesondere in Sachen Investitionen und Handel.
Eric Nussbaumer empfing in Genf auch den Präsidenten der Nationalversammlung von Nepal, Narayan Prasad Dahal, zu einem Gespräch. Im Mittelpunkt standen dabei die Beziehungen der beiden Länder, die Entwicklungszusammenarbeit, die internationale Lage und die Zusammenarbeit auf multilateraler Ebene. Die beiden Parlamentspräsidenten tauschten sich zudem über die Lage in Nepal und den Beitrag der Schweiz zum Aufbau des jungen Bundesstaates aus. Nepal verabschiedete 2015 eine neue Verfassung, welche die historische Chance zur Förderung einer inklusiven Entwicklung bietet. Der Aufbau des neuen föderalen Systems und die Verankerung einer politischen Kultur, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert, stellen allerdings eine Herausforderung dar. Nepal dürfte im November 2026 vom Status eines der am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries, LDC) in den Status eines weniger entwickelten Landes (Less Developed Countries) wechseln, was eine entscheidende Phase in der sozioökonomischen Entwicklung des Landes darstellt. Vor diesem Hintergrund sprachen Eric Nussbaumer und Narayan Prasad Dahal über die Zukunft der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.
Die Schweiz und Nepal arbeiten seit 60 Jahren eng zusammen. Die diplomatischen Beziehungen zu Nepal wurden in den frühen 1950er-Jahren aufgenommen, als die Schweiz Pionierarbeit in den Bereichen Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Kompetenzaufbau leistete. Der Schwerpunkt der Beziehungen liegt auf der Entwicklungszusammenarbeit, doch auch die politische Zusammenarbeit, die Förderung von Handel und Investitionen sowie der Kulturaustausch sind Gegenstand der Kooperation zwischen den beiden Ländern.
In Partnerschaft mit der nepalesischen Regierung und unter Berücksichtigung der Agenda 2030 der UNO unterstützt die Schweiz die demokratische Entwicklung des neuen nepalesischen Bundesstaates. Das Kooperationsprogramm 2023–2026 soll zur Verbesserung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wohlergehens der Nepalesinnen und Nepalesen beitragen und den Aufbau eines inklusiven und rechenschaftspflichtigen Bundesstaates unterstützen.