Im Mittelpunkt der Gespräche der beiden Parlamentspräsidenten standen die guten und – angesichts der grossen bosnisch-herzegowinischen Diaspora in der Schweiz – intensiven bilateralen Beziehungen, die Entwicklungszusammenarbeit, die aktuelle Lage in Bosnien und Herzegowina sowie die europäischen Perspektiven des Landes. Ebenfalls thematisiert wurden die künftigen Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder auf der Grundlage des Freihandelsabkommens zwischen den Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA; Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen), das seit dem 1. Januar 2015 in Kraft ist.
Eric Nussbaumer und Nebojša Radmanović haben sich ausserdem über die Beziehungen zur Europäischen Union sowie über die aktuelle europäische und internationale Lage ausgetauscht. Bosnien und Herzegowina hatte im März 2016 ein EU-Beitrittsgesuch gestellt und im Dezember 2022 dem Status eines Kandidatenlandes erhalten. Im März 2024 gab die EU dann grünes Licht für Beitrittsverhandlungen, die aufgenommen werden, sobald Bosnien und Herzegowina die Beitrittskriterien im erforderlichen Masse erfüllt.
Die Schweiz ist an einer weiteren Stabilisierung von Bosnien und Herzegowina interessiert und unterstützt daher die staatlichen Behörden des Landes auf verschiedenen Ebenen (Gesamtstaat, Entitäten, Kantone und Gemeinden) in ihren Reformbemühungen. Mit ihrem substanziellen Engagement trägt die Schweiz zur Stärkung der guten Regierungsführung, der Justiz, der Marktwirtschaft und der Gesundheitsversorgung im Land bei. Bis 2017 förderte sie lokale Initiativen zur Bewältigung der Nachwirkungen des Konflikts von 1992 bis 1995.
Das Engagement des Bundes in Bosnien und Herzegowina, das 1996 in Form humanitärer Hilfe begann, hat sich schrittsweise hin zu einer Entwicklungszusammenarbeit gewandelt. Heute gehört die Schweiz zu den grössten bilateralen Kooperationspartnern von Bosnien und Herzegowina. Das Schweizer Kooperationsprogramm 2021–2024 basiert auf einer vertrauensvollen Partnerschaft und gegenseitigen Interessen. Die Schweiz arbeitet mit Partnern zusammen, die Reformen beschleunigen sowie neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen können. Das vorgesehene finanzielle Budget für das aktuelle Kooperationsprogramm beläuft sich auf 63 Millionen Franken.
Fotos des offiziellen Besuchs