Die Debatten an der Jahrestagung der PV OSZE werden sich hauptsächlich dem 50-jährigen Bestehen der Schlussakte von Helsinki und der Reaktion auf die neue Lage in der OSZE widmen. Aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine steht der OSZE-Raum vor einer seiner grössten sicherheitspolitischen Herausforderungen seit der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki, der Gründungsurkunde der Organisation, am 1. August 1975. Im Rahmen dieser Debatten wird die Schweizer Delegation die anderen Parlamentsmitglieder dafür sensibilisieren, welche Ziele die Schweiz im Rahmen ihres am 1. Januar 2026 beginnenden OZSE-Vorsitzes verfolgen wird. Die Delegation wird insbesondere darauf hinweisen, dass die Schweiz während ihres Vorsitzes die Einhaltung der Grundsätze der Schlussakte von Helsinki für einen dauerhaften Frieden in Europa fördern will. Ausserdem wird die Delegation erneut betonen, dass jede Konfliktlösung auf den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen (UN) beruhen muss, und auf diese Weise das Engagement der Schweiz für den Multilateralismus hervorheben.
Die Delegation wird sich zudem zu mehreren Texten zur Lage im Nahen Osten äussern. Im Sinne der Genfer Konventionen wird sie unterstreichen, wie wichtig der Schutz der Zivilbevölkerung in den Konfliktgebieten ist. In diesem Zusammenhang wird sie auch zur Einhaltung der Resolution 2730 des UN-Sicherheitsrates aufrufen, die den Schutz von humanitärem und UN-Personal zum Ziel hat. Diese am 24. Mai 2024 verabschiedete Resolution wurde von der Schweiz initiiert. Die Delegation wird sich ausserdem für die Bereitstellung ausreichender humanitärer Hilfe im Gazastreifen aussprechen, die nicht nur den Bedarf der Zivilbevölkerung an Gütern, sondern auch an Dienstleistungen, namentlich an medizinischer Versorgung, decken soll. Im Weiteren wird sie die Konfliktparteien zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte aufrufen.
In Porto werden mehr als 300 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus Nordamerika, Zentralasien, Europa und dem Kaukasus erwartet. Die Schweizer Delegation setzt sich neben ihrem Präsidenten, Ständerat Daniel Fässler, aus der Vizepräsidentin, Nationalrätin Claudia Friedl (S, SG), den Nationalräten Jean-Luc Addor (V, VS) und Martin Candinas (M-E, GR) sowie den Ständeräten Daniel Jositsch (S, ZH) und Werner Salzmann (V, BE) zusammen.