In den offiziellen Gesprächen in Baku thematisierte Ständeratspräsident Fournier die Schweizer Unterstützung für bilaterale Projekte der technischen Zusammenarbeit, die Aserbaidschan dabei helfen sollen, seine Wirtschaft zu diversifizieren und finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen, die den internationalen Standards entsprechen. Ausserdem unterhielt er sich mit seinen aserbaidschanischen Gesprächspartnern über die geografische Lage Aserbaidschans als strategischer Knotenpunkt der «Neuen Seidenstrasse» zwischen China und Europa. Aserbaidschan investiert mit dem Bau des neuen Hafens von Baku und der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Baku–Tiflis (Georgien)–Kars (Türkei) derzeit viel in seine Infrastruktur. Staatspräsident Alijew begrüsste die regelmässigen bilateralen Kontakte und lobte die aktive Zusammenarbeit der beiden Länder in den Bretton-Woods-Institutionen, in denen sie derselben Stimmgruppe angehören, sowie im Rahmen verschiedener Projekte der technischen Zusammenarbeit.
Ständeratspräsident Fournier besuchte bei seinem Aufenthalt in Aserbaidschan ein von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanziertes Zentrum, welches sozial benachteiligte Frauen bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt. Ausserdem besichtigte er die Produktionsstätten der Schweizer Unternehmen HOLCIM und SIKA in Aserbaidschan und unterhielt sich mit den Verantwortlichen über die Produktion vor Ort, die Ausbildung der Arbeitskräfte sowie über die Herausforderungen und Chancen, denen sie auf dem südkaukasischen Markt begegnen.
Ständeratspräsident Fournier reiste anschliessend nach Russland und kam so der Einladung von Walentina Matwijenko, der Präsidentin des Föderationsrates – dem Oberhaus des russischen Parlaments –, nach, die diese bei ihrem Arbeitsbesuch am 28. Juni 2019 in Bern ausgesprochen hatte. Dieser offizielle Besuch erfolgte im Rahmen eines 2013 unterzeichneten Memorandum of Understanding zwischen dem Ständerat und dem russischen Föderationsrat über die Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Parlamentskammern.
In Moskau wurde der Ständeratspräsident von Föderationsratspräsidentin Walentina Matwijenko und Wjatscheslaw Wolodin, dem Präsidenten der Duma – dem Unterhaus des russischen Parlaments –, empfangen. In den Gesprächen wurden der Zustand der bilateralen Beziehungen, der Ukraine-Konflikt und das Schutzmachtmandat der Schweiz, in dessen Rahmen die Schweiz die russischen Interessen in Georgien und die georgischen Interessen in Russland vertritt, offen thematisiert.
Im Rahmen dieses offiziellen Besuchs des Ständeratspräsidenten in Russland konnte der auf breiter Grundlage geführte Dialog mit den Präsidenten der beiden russischen Parlamentskammern fortgesetzt und die offizielle Haltung der Schweiz im Ukraine-Konflikt verdeutlicht werden. Der Besuch diente der Schweiz aber auch dazu, Nachrichten im Zusammenhang mit ihrem Schutzmachtmandat für Russland und Georgien zu übermitteln. Sowohl die Präsidentin des Föderationsrates als auch der Präsident der Duma dankten der Schweiz dafür, dass sie sich für die Aufrechterhaltung des Dialogs zwischen Russland und Georgien einsetzt.
Beim Treffen zwischen dem Ständeratspräsidenten und dem Gouverneur von Sankt Petersburg, Alexander Beglow, wurde vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe mit dem Verantwortlichen für auswärtige Angelegenheiten und dem Schweizer Generalkonsul in Sankt Petersburg zu gründen. Die Arbeitsgruppe soll Schweizer Unternehmen unterstützen, die auf dem russischen Markt Fuss fassen wollen.
Schliesslich traf der Ständeratspräsident in Moskau auch den Patriarchen Kyrill der russisch-orthodoxen Kirche. Der Patriarch äusserte beim Treffen seine Sorgen in Bezug auf die Situation der ukrainischen orthodoxen Kirche, die vom Ökumenischen Patriarchat in Konstantinopel als unabhängig von Moskau erklärt wurde, wodurch die Orthodoxen in der Ukraine in zwei Gruppen geteilt werden.
{{Language.GetMultilingualTextForCurrentLanguage(results.Title_de, results.Title_en, results.Title_fr, results.Title_it, results.Title_rm, results.Title_en)}}