Nationalratspräsident Dominique de Buman (CVP, FR) weilte am 6. und 7. September 2018 zu einem offiziellen Besuch in Wien. Nebst der Aussprache mit dem österreichischen Amtskollegen standen Gespräche mit Mitgliedern des Aussenpolitischen Ausschusses, des Ständigen Unterausschusses in EU-Angelegenheiten und der Parlamentarischen Gruppe Österreich–Schweiz auf dem Programm.

​Bei seinem offiziellen Besuch in Wien wurde Nationalratspräsident Dominique de Buman von seinem österreichischen Amtskollegen Wolfgang Sobotka empfangen. Bei der Reise handelte es sich um einen Gegenbesuch, nachdem die beiden Nationalratspräsidenten bereits im Juni dieses Jahres in Bern zusammengekommen waren. Im Gespräch würdigten die beiden Parlamentspräsidenten die guten bilateralen Beziehungen und hoben die zahlreichen Gemeinsamkeiten zwischen Österreich und der Schweiz hervor. Im Mittelpunkt des Austausches standen die Europa- und die Migrationspolitik. Die Schweizer Delegation, zu welcher auch der Präsident und der Vizepräsident der Delegation für die Beziehungen zum österreichischen Parlament, Nationalrat Walter Müller (FDP, SG) und Ständerat Alex Kuprecht (SVP, SZ) zählten, erläuterte dabei den aktuellen Stand der Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU. Es gebe derzeit mehrere strittige Punkte und das Abkommen sei in seiner jetzigen Form nicht mehrheitsfähig. Insbesondere eine allfällige Auflockerung der flankierenden Massnahmen zur Personen- und Dienstleistungsfreizügigkeit stosse auf Widerstand. Sobotka erwiderte, dass die derzeit gültige 8-Tage-Regel die Flexibilität und Planbarkeit der Unternehmen einschränke und man eine pragmatische Lösung anstreben sollte.

Auch beim Treffen mit Mitgliedern des Aussenpolitischen Ausschusses und des Ständigen Unterausschusses in EU-Angelegenheiten stand die Europapolitik im Mittelpunkt. Weiter sprachen die beiden Delegationen über den Ratifizierungsprozess des Atomwaffenverbotsvertrags. Österreich messe der atomaren Abrüstung eine hohe Bedeutung zu und habe die Entscheidung der Schweizer Regierung, das UNO-Abkommen zum Verbot von Atomwaffen nicht zu unterzeichnen, enttäuscht zur Kenntnis genommen.

Beim Austausch mit der Parlamentarischen Gruppe Österreich–Schweiz wurden auch grenznachbarschaftliche Fragen thematisiert. In Bezug auf die Konzessionierung des Flugplatzes St. Gallen-Altenrhein verwies die österreichische Seite auf die kürzlich erschienene Studie regionaler Wirtschaftsverbände, welche die positiven Wertschöpfungseffekte des Flugplatzes für die Region darlegt. Die Landesregierung Vorarlberg anerkenne dessen Bedeutung und führe die politischen Gespräche über die Weiterentwicklung des Flugplatzes mit den Schweizer Partnern fort.

Die engen Beziehungen zwischen Österreich und der Schweiz zeichnen sich durch häufige Besuche auf allen Ebenen aus. Die Beziehungen zwischen den beiden Parlamenten wurden im Jahr 2005 mit der Gründung von zwei ständigen Delegationen institutionalisiert. Die Parlamentarische Gruppe Österreich–Schweiz und die Delegation für die Beziehungen zum österreichischen Parlament pflegen einen regelmässigen Austausch zu grenznachbarschaftlichen Themen. Das nächste Treffen ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen.