Nationalratspräsidentin Christa Markwalder empfing die Delegation in Bern und dankte zunächst für den herzlichen Empfang, welcher ihr anlässlich ihres offiziellen Besuches in Sri Lanka vom 5. bis 8. Oktober 2016 zuteilwurde. Sie zeigte sich beeindruckt von der sri-lankischen Gastfreundschaft und vom politischen Wandel des Landes.
Die sri-lankische Parlamentarierdelegation machte auf die Reformschritte der neuen Regierung aufmerksam, welche unter anderem die Ausarbeitung einer neuen Verfassung vorsehen. Die umfassende innenpolitische Reform strebe eine bessere Machtteilung und Delegierung von Kompetenzen an die Regionen an und institutionalisiere die Rechte der Minderheiten, vor allem die Gleichbehandlung aller ethnischen Volksgruppen. Die Schweizer Delegation gratulierte ihrem Gegenüber zu diesen Reformbemühungen und informierte über das politische System der Schweiz, welches sich durch föderale Strukturen und eine ausserordentlich hohe Autonomie der Kantone gemäss dem Subsidiaritätsprinzip auszeichnet.
Im Zuge des sri-lankischen Reformprozesses werde die Stärkung der parlamentarischen Demokratie sowie die vermehrte Partizipation und Konsultation ausserparlamentarischer Akteure angestrebt. Dabei hoffe man vom Know-how der Schweiz profitieren zu können. Die Schweizer Delegation betonte, dass sie die Stärkung der parlamentarischen Demokratie befürworte und gerne bereit sei, technisches Wissen über die Schweizer Parlamentstätigkeit zu vermitteln.
Sri Lankas Interesse gälte nach einem fast dreissigjährigen Bürgerkrieg insbesondere dem nachhaltigen Frieden zwischen den verschiedenen Volksgruppen, allen voran zwischen den die Bevölkerungsmehrheit stellenden Singhalesen und den Tamilen. Die sri-lankischen Gesprächspartner zeigten sich dankbar ob der Schweizer Unterstützung im Bereich der Vergangenheitsarbeit, dem Aufbau vertrauensbildender Massnahmen und der Stärkung des Rechtsstaates. Die Schweizer Seite betonte, dass man auch in Zukunft für eine enge Zusammenarbeit in diesem Gebiet bereit sei.
Die parteiübergreifende Delegation des sri-lankischen Parlaments wurde durch Nimal Siripala de Silva, Minister für Verkehr und Zivilluftfahrt, angeführt. Das 225 Mitglieder zählende Einkammerparlament Sri Lankas wurde im August letzten Jahres für eine sechsjährige Legislaturperiode erneuert. Sri Lanka und die Schweiz pflegen ausgezeichnete bilaterale Beziehungen, nicht zuletzt aufgrund der bedeutenden sri-lankischen Gemeinschaft in der Schweiz.
Auf Schweizer Seite nahmen nebst Nationalratspräsidentin Christa Markwalder auch Alt-Ständerat Markus Stadler (GLP, UR), die Generalsekretärin der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK), Sandra Maissen, sowie ein Berater des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Martin Stürzinger, sowie zwei Vertreter der Parlamentsdienste, Claudio Fischer und Nina Wirth, an den Gesprächen teil.