Wie NAD-Präsident Andrea Hämmerle (SP/GR) am Donnerstag vor den Medien erklärte, werden die Zahlen jetzt vom Bundesamt für Verkehr (BAV) überprüft. Es sei danach Sache des Bundesrates zu entscheiden, ob er einen Zusatzkredit oder den Verzicht auf Projekte beantragen wolle.
Reserven nicht für neue Projekte
Die NAD sei vom Zusatzbegehren von 700 Millionen überrascht worden, sagte Hämmerle. Sie sei davon ausgegegangen, dass die Finanzreserven von ursprünglich 1,9 Milliarden zur Deckung von Unvorhersehbarem gedacht gewesen seien. Projektänderungen sollten nicht aus den Reserven finanziert werden.
"In der ganzen Geschichte ist nicht alles rund gelaufen,", sagte Hämmerle. Die NAD hätte über die Zusatzkosten früher informiert werden können. Wesentliche "Bestellungsänderungen" wie die zweite Tunnelröhre am Ceneri sollten über Zusatzbegehren und nicht über die laufenden Kredite abgehandelt werden.
Der vom Ständerat freigegebene NEAT-Zusatzkredit von 900 Millionen wird vom Nationalrat erst im Sommer behandelt. Dann werde auch der von den zuständigen Parlamentskommissionen verlangte Bericht über die Kostensituation, die zusätzlichen 700 Millionen und über allfällige Verzichtsplanungen vorliegen, sagte Hämmerle.
Schlechte Kommunikation
Ständerat Simon Epiney (CVP/VS) sagte, er sei enttäuscht darüber, wie schlecht der Mehrbedarf von 500 Millionen für den Gotthard und 200 Millionen für den Lötschberg kommuniziert worden sei. Die Tunnelbauer hätten die NAD aber überzeugt, dass die zusätzlichen 700 Millionen ausgewiesen seien.
Ein Verzicht beispielsweise auf den Hirzel- oder den Zimmerbergtunnel oder eine Redimensionierung des Ceneri wäre ein politischer Entscheid, sagte Hämmerle. Dazu brauchte es einen Parlamentsbeschluss. Der NAD-Präsident versicherte, dass in der Aufsichtsdelegation die Parteizugehörigkeit keine Rolle spiele.