Die vor knapp einem Jahr intensivierte Begleitung des seco durch die GPK-N förderte diverse Probleme im Nachgang der vor gut zwei Jahren durchgeführten Fusion der ehemaligen Bundesämter für Aussenwirtschaft und für Wirtschaft und Arbeit zu Tage. Insbesondere sind im Bereich der Personalentwicklung und somit auch der Personalzufriedenheit weitere Anstrengungen nötig. Die Amtsführung hat im Untersuchungszeitraum schon diverse Massnahmen zur Verbesserung der Lage getroffen. Der Departementsvorsteher wurde seinerseits durch die Kommission auf die Erkenntnisse der Untersuchung aufmerksam gemacht.

Die GPK-N hat die gut ein Jahr dauernde, intensivere Begleitung des seco mit der Anhörung von Staatssekretär David Syz durch die mit der Untersuchung beauftragte Subkommission EFD/EVD vorläufig abgeschlossen. Sie stellt fest, dass die Zusammenführung des Bundesamtes für Aussenwirtschaft und des Bundesamtes für Wirtschaft und Arbeit sowie die Organisationsform des seco in der operativen Umsetzung zu teilweise beträchtlichen Problemen geführt haben. Es traten diverse Doppelspurigkeiten in den Tätigkeiten einzelner Leistungsbereiche auf. Diese konnten unterdessen aber weitgehend behoben werden. Des Weiteren wurde der Aufbau einer corporate identity nicht zuletzt auch wegen den unterschiedlichen Kulturen der Mitarbeitenden erschwert.

Die Untersuchung identifizierte als eines der Hauptprobleme sodann die ungenügenden Personalentwicklungsmöglichkeiten. Im Bereich der Kaderförderung führte die Einführung einer flachen Hierarchie anlässlich der Fusion zum Fehlen von ausreichenden Entwicklungsmöglichkeiten. Die zur Kompensation vorgesehene Fachkarriere konnte in der Folge aufgrund der bis anhin relativ starren Bundespersonalordnung nicht eingeführt werden. Die Kommission erachtet eine diesbezügliche Lösung als dringend und unterstützt die aktuellen Realisierungsbemühungen der Amtsleitung im Rahmen des neuen Bundespersonalrechts.

Die Personalzufriedenheit - in den Augen der GPK-N eine zentrale Anforderung an ein Amt, dessen Leistungen sehr stark vom Fachwissen und der langjährigen Erfahrung der Mitarbeitenden abhängt - muss in Zukunft u.a. durch eine aktive und systematische Personal- resp. Kaderförderungspolitik gefördert werden. Die Untersuchung hat des Weiteren ergeben, dass die Kommunikation zwischen den Hierarchiestufen sowie teilweise auch zwischen den Leistungsbereichen noch verbessert werden können. Die Geschäftsleitung des seco hat zur Erhöhung der Personalzufriedenheit erste, begrüssenswerte Massnahmen, wie beispielsweise die Schaffung eines gemeinsamen Stellen-Pools mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, getroffen. Dadurch werden im Sinn einer Job-Rotation vermehrt Auslandeinsätze möglich.

Die Kommission erachtet es als wichtig, dass diese Probleme durch das seco wie auch durch das EVD möglichst schnell behoben werden und so die Fusion zu einem gelungenen Abschluss gebracht werden kann.

Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates hat am 16. November 2001 unter dem Vorsitz von Nationalrat Rudolf Imhof (CVP, BL) getagt.

Bern, 19.11.2001    Parlamentsdienste