Nationalrat Mathias Reynard (SP, VS) wird in Québec eine vorläufige Fassung seines Berichts über den internationalen Frauen- und Kinderhandel präsentieren. Auf der Grundlage von Beiträgen verschiedener APF-Mitgliedsparlamente liefert dieser Bericht eine Bestandsaufnahme der Situation und der einschlägigen Rechtsvorschriften in diesen Ländern, der statistischen und methodologischen Herausforderungen bei der Einschätzung der Tragweite dieses Phänomens sowie der Opferbetreuung. Dieser Zwischenbericht sollte an der Tagung in einer gemeinsamen Erklärung münden, welche die Institutionen der Frankophonie auffordert, ihre Bemühungen im Kampf gegen den Menschenhandel noch einmal deutlich zu verstärken. Da diese moderne Form der Sklaverei auch in der Schweiz vorkommt, bietet dieser Bericht in den Augen der Delegation auch Gelegenheit, sich zu fragen, was in der Schweiz besser gemacht werden kann. Die Arbeiten der Delegation werden bis Juli 2019 andauern.
Ständerätin Anne Seydoux-Christ (CVP, JU) wiederum wird zum Abschluss zweijähriger Arbeiten einen Resolutionsentwurf vorstellen, welcher die Bemühungen zur Abschaffung der Todesstrafe im gesamten frankophonen Raum unterstützt. Mit diesem auf der Grundlage eines Berichts über die Erfahrungen zahlreicher Länder erstellten Resolutionsentwurf sollen jene Länder, die dem unter der Führung der Vereinten Nationen abgeschlossenen Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte noch nicht beigetreten sind, angehalten werden, dies zu tun. Dieser Pakt begrenzt u.a. den Anwendungsbereich der Todesstrafe und nennt die Voraussetzungen, die ein faires Gerichtsverfahren erfüllen muss. Der Schweizer Text verfolgt in diesem heiklen Klima, in dem mehrere Staaten angesichts der derzeitigen Sicherheitsbedrohungen zögern, sich weiterhin für die Abschaffung der Todesstrafe einzusetzen, einen konstruktiven Ansatz.
Ständerat Christian Levrat (SP, FR) wird zudem einen Resolutionsentwurf zur Finanzierung von TV5 Monde präsentieren. Dieser Entwurf soll angesichts der Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frankreich und allfälliger dem Fernsehsender drohender Budgetkürzungen an dessen länderübergreifende Finanzierung und an dessen Ziele erinnern. Die Schweiz hält – wie Belgien und Kanada – 11 Prozent des Gesellschaftskapitals von TV5 Monde.
Zu guter Letzt wird der Delegationspräsident im Rahmen der Generaldebatte auf die Herausforderungen eingehen, welche die Digitalisierung sowie Informationssicherheit und Datenschutz ganz allgemein für die Parlamente der Frankophonie darstellen. Er wird überdies die Versammlung aufrufen, eine Grundsatzdebatte zur globalen digitalen Gouvernanz zu führen.
Neben ihrem Präsidenten Jean-Pierre Grin sowie Anne Seydoux-Christe, Mathias Reynard und Christian Levrat gehören der Delegation auch Ständerat Didier Berberat (SP, NE) und Nationalrat Fathi Derder (FDP, VD) an.
Parallel zur Jahrestagung der APF findet ein Treffen der Vereinigung der Generalsekretäre der frankophonen Parlamente (Association des secrétaires généraux des Parlements francophones, ASGPF) statt, in dessen Mittelpunkt die Beziehungen zwischen den Parlamenten und den Bürgerinnen und Bürgern stehen. Die Bundesversammlung wird durch ihren Generalsekretär Philippe Schwab vertreten.