Nach einem Treffen in Tallinn vom letzten Oktober, findet am 15. Juni 2021 ein offizieller Gegenbesuch statt. Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Estland sind ausgezeichnet und 2021 begeht die Schweiz mit Estland ein Doppeljubiläum: 100 Jahre Anerkennung der Unabhängigkeit durch die Schweiz und 30 Jahre Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen.
Im Rahmen des ersten Beitrags der Schweiz zur EU-Erweiterung wurden in Estland bis 2017 18 Projekte zur Verminderung wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheiten erfolgreich umgesetzt. Viele der von der Schweiz unterstützten Projekte übertrafen die erwarteten Resultate und die enge Zusammenarbeit hat die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Staaten gestärkt. Auf der anderen Seite erhofft sich die Schweiz Einblicke in die Umsetzung digitaler Lösungen im Parlamentsbetrieb. Estland gilt als Vorreiter des E-Government und investiert seit mehr als 20 Jahren in digitale Lösungen. Es ist das einzige Land, in dem 99 Prozent der öffentlichen Dienstleistungen online zugänglich sind. Diese Expertise wird auch von der Weltgesundheitsorganisation zur Entwicklung eines international gültigen COVID-19-Zertifikates genutzt.
Ein weiteres Thema auf der Agenda zwischen den Parlamentspräsidenten werden die europäischen Nachbarschaftsbeziehungen zu Russland, Belarus und Ukraine, sowie die Beziehungen der beiden Staaten mit den USA und China sein.
Neben seinen offiziellen Treffen mit Nationalratspräsident Andreas Aebi und Ständeratspräsident Alex Kuprecht, wird der estnische Parlamentspräsident auch mit Livia Leu, Staatssekretärin und Chefunterhändlerin für die Verhandlungen mit der Europäischen Union (EDA) ein Gespräch führen.