Bei der Umsetzung der Weiterentwicklung der Armee (WEA) hat sich gezeigt, dass Anpassungen am Militärgesetz und an der Verordnung über die Armeeorganisation nötig sind. Die Kommission anerkennt den Handlungsbedarf und unterstützt grossmehrheitlich die wichtigsten Elemente der Vorlage – Schaffung eines Cyberkommandos, Erhöhung der Betriebssicherheit der Luftwaffe und bessere Verankerung der Unterstützung von zivilen Anlässen.
Begrüsst wurde angesichts der veränderten Bedrohungslage für die Schweiz insbesondere die Stärkung der Cyberverteidigung durch die Schaffung eines Cyberkommandos und die Aufstellung eines Cyberbataillons. Andere Elemente der Vorlage warfen hingegen zahlreiche Fragen in der Kommission auf, so z. B. die Schaffung einer Behörde zur Beaufsichtigung und Regulierung des militärischen Luftverkehrs. Diese Massnahme soll der besseren Koordination zwischen der Luftwaffe und dem zivilen Flugverkehr bei der Nutzung des gemeinsamen Luftraums dienen. Die Kommission ist erfreut darüber, dass diese Behörde keine Mehrkosten verursacht, und hat zur Kenntnis genommen, dass es vor allem darum geht, eine bereits seit zwei Jahren bestehende Praxis, die sich bewährt hat, gesetzlich zu verankern. Der Antrag, die Untersuchungen in der Militärluftfahrt einer ausserparlamentarischen Kommission und nicht einer internen Abteilung der neuen Militärluftfahrtbehörde anzuvertrauen, wurde mit 15 zu 10 Stimmen abgelehnt.
Die Kommission hat mit 15 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen einen Antrag abgelehnt, der verlangte, dass die Unterstützung der Armee für zivile Anlässe von nationaler oder internationaler Bedeutung auf Einsätze begrenzt wird, die einen Ausbildungsnutzen haben. Ein weiterer Antrag, mit welchem der Einsatz von Rekrutinnen und Rekruten verhindert werden sollte, wurde mit 17 zu 7 Stimmen abgelehnt. Aus Sicht der Kommissionsmehrheit müssen Tätigkeiten, die in der Praxis bereits ausgeführt werden, auch gesetzlich verankert sein. Sie befürchtet, dass zahlreiche Anlässe ohne die Unterstützung der Armee nicht mehr stattfinden könnten. Für die Kommissionsminderheit hingegen stellen diese kostenlosen Einsätze, die keinerlei Ausbildungsnutzen haben, eine missbräuchliche Nutzung der Armee dar.
Das Geschäft kommt in der Wintersession 2021 in den Nationalrat.
Die Kommission hat am 1. und 2. November 2021 unter dem Vorsitz von Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler und teils in Anwesenheit der Vorsteherin des VBS, Bundesrätin Viola Amherd, in Bern getagt.