Nach der EU, den USA, China und Hongkong ist der GCC-Raum der fünftwichtigste Abnehmer von Schweizer Exporten. Mit schweizerischen Exporten im Umfang von 5,1 Milliarden US-Dollar gelten die Vereinigten Arabischen Emirate als wichtigster Handelspartner der Schweiz innerhalb der GCC-Gruppe, gefolgt vom Königreich Saudi-Arabien mit einem Exportvolumen von 4,9 Milliarden US-Dollar (2015). Mit Vertretern eben dieser beiden Länder, mit denen die Schweiz einen beachtlichen Handelsbilanzüberschuss ausweist, fanden vom 18. bis 21. Dezember offizielle Gespräche auf parlamentarischer Ebene statt, bei denen über die Erfahrungen mit dem am 1. Juli 2014 in Kraft getretenen umfassenden Freihandelsabkommen EFTA-GCC diskutiert wurde.
Nationalrat Thomas Aeschi (SVP/ZG), Präsident der EFTA/EU-Delegation, und Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP/SG), stellvertretende Delegationspräsidentin, tauschten sich mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des saudischen Parlaments, dem stellvertretenden saudischen Wirtschaftsminister sowie mit Vertretern von Wirtschafts- und Industrieverbänden über bevorstehende Infrastrukturprojekte und Wirtschaftsreformen im Rahmen der Saudi Vision 2030 aus. Mit dieser Vision soll die Erdölabhängigkeit reduziert und die Wirtschaftsstruktur modernisiert werden. In diesem Kontext wurde ebenfalls erörtert, welche Chancen sich für Schweizer Unternehmen im Hinblick auf die Saudi Vision 2030 bieten.
Diese offiziellen Treffen wurden abgerundet durch einen Erfahrungsaustausch mit Vertretern eines global führenden Schweizer Technologieunternehmens, dem Geschäftsführer des grössten vertikal integrierten Molkereiunternehmens der Welt und grössten Nahrungs- und Getränkeproduzenten der Golfregion sowie mit dem Kader der weltweit grössten Erdölgesellschaft. Im Rahmen dieses Arbeitsbesuchs, welcher im Zusammenhang mit dem 2016 anfallenden 60-Jahr-Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Königreich Saudi-Arabien steht und auf Initiative der Schweizer Vertretung in Riad zustande gekommen ist, wurde an einem gemeinsamen Anlass mit dem Swiss Business Network auch ein Buch über die bilateralen Beziehungen präsentiert.
Zum Abschluss dieses Arbeitsbesuchs traf sich der Delegationspräsident zudem mit dem Vorsitzenden des Swiss Business Council der Vereinigten Arabischen Emirate, mit Vorstandsmitgliedern der Handels- und Industriekammer (DCCI) sowie mit Repräsentanten mehrerer Schweizer Grossunternehmen der EFTA-GCC-Arbeitsgruppe. Bei diesen Gesprächen standen die Diversifikation und Dynamisierung des grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Austauschs im Mittelpunkt, dies mit dem Ziel der Sicherung von Wettbewerbsvorteilen und der Verringerung allfälliger Diskriminierungen für Schweizer Unternehmen im GCC-Raum.
Die EFTA-Staaten haben am 22. Juni 2009 ein umfassendes Freihandelsabkommen mit den Mitgliedstaaten des Kooperationsrates der arabischen Golfstaaten unterzeichnet, welches am 1. Juli 2014 in Kraft getreten ist. Das Abkommen umfasst den Handel mit Industrieprodukten (einschliesslich Fisch und andere Meeresprodukte) und mit verarbeiteten Landwirtschaftsprodukten, den Dienstleistungshandel, das öffentliche Beschaffungswesen und den Wettbewerb.Es verbessert zudem auf breiter Basis den Marktzugang beziehungsweise. die Rechtssicherheit für die Schweizer Exportindustrie (Waren und Dienstleistungen, öffentliche Beschaffungsmärkte).