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23.3125 Postulat

Sektorkopplung und Netzkonvergenz. Geeignete Standorte raumplanerisch sichern!

Eingereicht von:
Schaffner Barbara Schaffner Barbara

Grünliberale Fraktion

Grünliberale Partei

Bekämpfer/in:

Einreichungsdatum:
13.03.2023
Eingereicht im:
Nationalrat
Stand der Beratungen:
Überwiesen an den Bundesrat

Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen, ob aus Sicht der Raumplanung aller drei Staatsebenen ein Handlungsbedarf besteht, damit eine sektorübergreifende Planung der Energienetze stattfinden kann und insbesondere die geeigneten Standorte für Installationen zur Sektorkopplung gesichert werden können.

Es ist aufzuzeigen, mit welchen bestehenden resp. neu zu schaffenden oder anzupassenden Planungsinstrumenten diese Standorte identifiziert und gesichert werden können. Zudem ist aufzuzeigen, wie mit solchen Standorten ausserhalb der Bauzonen umzugehen ist.

Die Erkenntnis, dass Strom-, Gas- und Wärmenetze gesamtheitlich betrachtet werden müssen, setzt sich immer mehr durch. U.a. weist das BFE in seiner kürzlich erschienen "Wärmestrategie 2050" auf die Wichtigkeit der Sektorkopplung für die Dekarbonisierung der Schweiz hin. Ein Vorzeige-Pilotprojekt in technischer Hinsicht ist das Hybridwerk im solothurnischen Aarmatt, das schon seit einigen Jahren in Betrieb ist respektive Forschung/Entwicklung gemacht hat. Die Thematik der Sektorkopplung wurde aber noch kaum aus raumplanerischer Sicht betrachtet, obwohl die Anforderung an geeignete Standorte für entsprechende Anlagen (Multi-Energie Hubs) gross sind. So ist neben starken Strom- und Gasleitungen ein Fernwärmenetz oder ein anderer grosser Wärmeverbraucher an einem solchen Standort zwingend. Nur so können Umwandlungsverluste in Form von Abwärme genutzt und die Gesamteffizienz hochgehalten werden. Vorteilhaft sind auch die Nähe zu einer Autobahn, um die Kopplung an die Mobilität (von Ladestationen über Gastankstellen bis vielleicht in Zukunft synthetische Flüssigtreibstoffe) zu gewährleisten. Ebenfalls erwünscht ist die Nähe zu einer grossen Stromproduktionsanlage (z.B. geplanter Elektrolyseur beim Kraftwerk Rheinau).

In einem ersten Schritt soll deshalb geprüft werden, wo geeignete Standorte für Multi-Energie Hubs bestehen. In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, wie die identifizierten Standorte für die Nutzung als Multi-Energie Hubs gesichert werden können und ob dafür allenfalls Planungsinstrumente anzupassen sind.

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Chronologie